"Einmal Stallgeruch schnuppern" - Studierende erleben Projektarbeit im Sommerpraktikum IBM Business Blue 2006
"Danke für Ihre Aufmerksamkeit". Ein letzter Klick. Die Präsentationen sind gut gelaufen. Sechzehn strahlende Gesichter zeigen Erleichterung und auch ein bisschen Stolz. Das anwesende Publikum klatscht. Zu Recht, denn die Leistungen der sechzehn Teilnehmer am ersten IBM Sommerpraktikum Business Blue sind herausragend.
Mit den Präsentationen vor den Projektleitern, hochkarätigen
IBMern - wie den Geschäftsführern Christoph Grandpierre
und Andreas Kerstan - und externen Gästen gehen acht intensive
Wochen bei IBM für die motivierten Studierenden aus den Wirtschaftswissenschaften,
Wirtschaftsinformatik und Agrarökonomie zu Ende.
„Wir haben mit Business Blue ein wirtschaftswissenschaftlich ausgerichtetes Pendant zum technisch orientierten Programm Extreme Blue geschaffen, das sich auf den Service- und Beratungsbereich von IBM konzentriert,“ erklärt Dr. Sven Löschenkohl, Program Manager von Business Blue. „Das Besondere ist, dass die Studenten in interdisziplinären Teams von vier- bis sechs Studenten selbstständig Lösungen für aktuelle Problemstellungen erarbeiten und gleichzeitig hautnah Einblick in die Projektarbeit erhalten.“ In diesem Jahr ging es um Sales Motivation, Prognosemodelle von Hardware-Umsätzen und lückenlose Tiertransportüberwachung mittels RFID-Technologie.
Einer der talentierten Teilnehmer war Arne Kuhlmann. Der Masterstudent der Universität Hildesheim wollte sich diese Chance nicht nehmen lassen. "Einmal völlig selbstständig in einem Team von Studenten an einem Consulting-Thema zu arbeiten war eine sehr gute Erfahrung", erklärt er. Der 26-jährige Student des Informationsmanagements und der Informationstechnologie bearbeitete mit seinem Team das Thema "Animal Transport Tracking". Ziel war es, eine Machbarkeitsstudie zur Umsetzung der zukünftigen EU-Verordnungen zur Einzeltierkennzeichnung und Transportüberwachung mit Hilfe von RFID-Tags zu entwickeln. Dabei haben die Studierenden nicht nur die Praxis- und Projektarbeit in einem globalen Unternehmen wie Big Blue kennengelernt, sondern auch Stallgeruch in den Hohenheimer Versuchsanlagen und Schlachtereien geschnuppert. Für den gelernten Bänker war das interdisziplinäre Arbeiten besonders interessant: "Das Team kam aus allen Himmels- und Fachrichtungen, da war es anfangs eine große Herausforderung alle Interessen und Ansätze unter einen Hut zu bekommen." Letztlich entsteht aber nur durch Teamwork eine kompatible Lösung. Ohne die Agrarwissenschaftler an Bord hätte man beispielsweise nie erfahren, dass sich die unruhigen Schweine nur schwer mit Hilfe von RFID-Technologie erfassen lassen, Kühe und Schafe als Herdentiere hingegen schon.
Ähnlich spannend lief es auch in den anderen beiden Teams
– wenn auch mit völlig anderen Inhalten. Im Hamburger
Team rauchten die Köpfe von 6 Praktikaten bei dem Versuch,
ein makroökonomisches Prognosemodell für Hardware-Umsätze
der IBM zu entwickeln. Souverän und gleichzeitig äußerst
unterhaltsam demonstrierte das Team in der Abschlusspräsentation,
wie viele Lösungsansätze sie gefunden und wieder verworfen
haben. Die Erkenntnis aus acht harten Wochen ist: Auf Basis von
rein makroökonomischen Parametern funktioniert die Erstellung
einer Prognose für Hardware-Umsätze nicht. Man muss mikroökonomische
Einflüsse berücksichtigen.
Mit einem äußerst sensitiven Thema befasste sich das ‚Sales Motivation’ Team. Seine Aufgabe ware es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um die Vertriebsmotivation zu steigern. In einer umfangreichen Vorbereitung wurden viele Daten zu verschiedenen möglichen Einflussfaktoren wie Home Office, Gehaltssystem oder Work Life Balance gesammelt und anschließend in Interviews abgefragt.
"IBM hat es möglich gemacht" lautet der Tenor. Die
jungen Talente waren positiv überrascht, wie offen die IBMer
auf Ihre Anfragen reagierten und wie sie arbeiten durften. Viele
der Business Blue-Pioniere werden der IBM treu bleiben. Erste Diplomarbeiten
sind aus dem Sommerpraktikum bereits erwachsen und Arne Kuhlmann
wird wie viele seiner Teamkollegen als Werkstudent oder in einer
Festanstellung weiterarbeiten. "Vielleicht entsteht ja eine
langfristige Jobperspektive", hofft der gebürtige Kieler.
"Das reguläre GBS Assessment-Center haben viele von uns
zumindest schon erfolgreich absolviert", schmunzelt er.
Darauf setzt auch IBM. Zum einen wurden von den Praktikanten kompatible Lösungen erarbeitet. „Die Projektergebnisse leisten einen unmittelbaren Wertbeitrag zu unserem Unternehmenserfolg,“ so Andreas Kerstan, Geschäftsführer der IBM Deutschland GmbH und Vice President Small and Medium Business, Deutschland. Die Daten aus dem Animal Transport Tracking beispielsweise fließen in das IBM-Großprojekt "IT-Food Trace" ein. „Außerdem ist Business Blue aber auch eine exzellente Möglichkeit, High Potentials für den Services- und Consultingbereich zu entdecken und langfristig an das Unternehmen zu binden,“ ergänzt Erwin Jung, Leiter IBM Wissenschaftsbeziehungen Deutschland.
Für die nächste Runde von Business Blue gibt es schon viele Ideen. Die Pilotphase hat gezeigt, an welchen Stellen man die Praktikanten noch besser unterstützen kann – und welche Materialien für erfolgreiche Projektarbeit zur Verfügung stehen müssen. Das erste Business Blue ist erfolgreich verlaufen. Die Weichen sind gestellt. Jetzt gilt es, Business Blue als gleichwertigen Bruder zu Extreme Blue weltweit zu etablieren. |