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Intelligentes Transportwesen auf der Schnellspur

Rund um den Globus reift im öffentlichen und privaten Sektor die Erkenntnis, dass die Infrastruktur für das Transportwesen verbessert werden muss. Und zunehmend tritt in diesem Zusammenhang das Potenzial des intelligenten Schienenverkehrs in den Vordergrund. Doch wie lässt sich dieses Potenzial nutzen?

Aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen, die aus der jeweiligen Geschichte, Geografie, Wirtschaft und Politik entstanden, besitzen manche Kontinente (wie Europa) einen Vorsprung beim Personenverkehr auf der Schiene, während andere wiederum (insbesondere Nordamerika) ihnen beim Einsatz des Schienennetzes im Güterverkehr voraus sind. Hier könnte jeder vom anderen lernen. Wir haben einen historischen Punkt erreicht, an dem der technologische Fortschritt mit der Nachfrage nach einem effizienteren, intelligenteren Transportsystem zusammentrifft, die sich aus gesellschaftlichen, umweltbezogenen und finanziellen Gründen entwickelt hat. Eine technologisch umfassend ausgestattete, vernetzte und intelligente Transportinfrastruktur – und dabei insbesondere ein intelligenterer Schienenverkehr – könnte die globale Wirtschaft stärken, Treibhausgasemissionen reduzieren, Fernverkehrsstraßen sicherer machen und Verkehrsstaus verringern. Mit anderen Worten: Eine intelligente Welt braucht auch ein intelligentes Schienennetz.
 

Fakten zum Schienenverkehr

 

The top four challenges faced by global rail executives

Intelligenter Schienenverkehr: eine Chance für die Bahnbranche

Im Jahr 2009 wird die globale Bahnbranche damit zu kämpfen haben, die steigenden Anforderungen im Güter- und Personenverkehr erfüllen zu können. Es ist ein natürliches Bedürfnis von Unternehmen, sich für wirtschaftlich schwierige Zeiten zu wappnen. Das Gegenteil dessen sollte jedoch für Führungskräfte in der Bahnbrache in der heutigen Zeit die Devise sein. In diesem Bericht wird erläutert, warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, in echte Innovation für eine Branche zu investieren, die sich vorwärts bewegen muss, um den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden.


 

Eisenbahnen sind seit jeher Teil eines umfassenderen Ökosystems – im frühen 20. Jahrhundert halfen Eisenbahnen sogar dabei, die Straßennetze aufzubauen, die Bauern, Händlern und Reisenden Zugang zu den Bahnlinien ermöglichten. Auch im 21. Jahrhundert pflegen Bahnunternehmen diese Zusammenarbeit und weiten ihre Netze auf einen sogar noch größeren Bereich der Transportinfrastruktur aus, z. B. Reiseverkehrspartner, Lieferanten, Logistikunternehmen, intermodale Verkehrsträger, Ordnungsbehörden und Kunden.

Intelligentes Transportwesen
Laura Wynter von IBM Research spricht darüber, wie IBM daran mitwirkt, den Schienenverkehr in einigen der komplexesten Verkehrssystemen der Welt intelligenter zu machen. So arbeitet IBM mit der niederländischen Bahn, der Taiwan High Speed Rail Corporation und Guanzu Metro in China zusammen, um den Pendlerverkehr von tagtäglich Millionen Reisenden zu verbessern.

Smarter Transportation

 


 

Each year, rail lines carry 21 billion passengers and 10 billion tons of freight worldwide.

Dazu muss der Schienenverkehr noch umfassender mit Technologie ausgestattet werden. Entlang der meisten Bahnstrecken Nordamerikas und Europas überwachen heute schon Einheiten am Trassenrand wichtige Parameter wie akustische Signaturen, Erhitzung und Radbelastung. Mit RFID-Tags, die von ortsfesten Infrastrukturen am Streckenrand gelesen werden, lassen sich Waggons identifizieren, während Wireless-Netze und Videosysteme Objekte am Verschiebebahnhof überwachen. Vermehrt werden jedoch auch neue Geschäftsmodelle und -verfahren eingesetzt. Reisende bezahlen je nach der tatsächlichen Nutzung. Wartungsarbeiten können anhand präziser Bedarfsprognosen statt geregelter Terminpläne eingeleitet werden. Und moderne Kamera- und Videosysteme ermöglichen höhere Sicherheit für Passagiere, Rollmaterial und Fracht.

Schienennetze gehören zu den frühesten Beispielen der Branche für ein vernetztes System. Heute gibt es jedoch umfassenden Raum für Verbesserungen. Fahrpläne für Zugverbände sorgen für eine bessere Auslastung von Ressourcen und Kapazität im Personen- und Güterverkehr. Momentan werden in Europa und China umfassendere Netze von Hochgeschwindigkeitszügen für den Personenverkehr – mit integrierten Fahrplan-, Fahrkarten- und Servicesystemen – entwickelt, während europäische und kanadische Hersteller von Bahnsystemen über die gesättigteren Märkten hinausblicken und die ehrgeizigeren Schienenverkehrsprojekte in Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier nehmen.

Damit all diese Daten und Prozesse wirksam eingesetzt werden können, ist eine Transportinfrastruktur erforderlich, die messbar intelligenter ist. Die Vorteile jedoch, die dadurch möglich werden, machen die Schiene zur Transportoption der Zukunft. Durch mobile zustandsabhängige Überwachungssysteme werden die Eisenbahnen intelligenter, weil relevante Informationen laufend in Echtzeit erfasst und analysiert werden: kritische Daten, z. B. zum Zustand des Rollmaterials, ebenso wie Betriebsdaten, die von der Überprüfung von Ladelisten über den Frachtzustand bis zur Erkennung von unberechtigtem Zugriff reichen. Gestützt von Entscheidungsmodellierung und -analytik können Sensoren an Waggons Meldungen auslösen. Über autonome Routinen werden die Informationen dann entsprechend verteilt, Servicearbeiten eingeleitet, Teile bestellt, Wartungsarbeiten geplant und Ferndiagnosen gestellt. Letztendlich können solche mobilen Technologien den Bedarf an ortsfester Infrastruktur entlang der Trassen reduzieren und dafür sorgen, dass Bahnunternehmen flexibel und schnell Entscheidungen treffen können, sei es, um Einsatzpläne für das Personal zu optimieren, Waggons zu entfernen oder hinzuzufügen oder den Personen- und Güterverkehr reibungsloser und mit weniger Verspätungen abzuwickeln.
 


 

Ohne entsprechende Investitionen und klare Prioritäten wird sich dies nicht realisieren lassen. Doch ein intelligenter Schienenverkehr kann Bahnunternehmen im Umfeld der Transportinfrastruktur einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Ein intelligenter Schienenverkehr tragt dazu bei, die Kosten für neue Zugstrecken und zusätzliches Rollmaterial zu senken. Auch der Kundenservice in einer von knappen Kapazitäten gekennzeichneten Umgebung lässt sich so optimieren. Durch die Verlagerung von mehr Güter- und Personenverkehr auf die Schiene kann der "smarte" Schienenverkehr dazu beitragen, Staus zu vermeiden und Fernverkehrsstraßen sicherer zu machen – wodurch sich auch der CO2-Ausstoß reduziert.

Im 19. Jahrhundert beförderten Eisenbahnen die Menschheit in die industrielle Revolution. Heute werden sie durch umfassende technologische Ausstattung, Vernetzung und intelligente Systeme zu einem wichtigem Faktor bei der Erschaffung einer "smarten" Welt.