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Intelligente Ölfelder

Durch intelligente Technologien ist es möglich, brauchbare Reserven zu ermitteln, die Produktivität zu steigern und Probleme vorauszusehen.

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101 Facts

Jeder hat seinen Preis

Das heißt, jeder Mensch kommt an einen bestimmten Punkt, an dem der Kraftstoffpreis so hoch ist, dass er sein Verhalten ändert – weniger Auto fährt, Fahrgemeinschaften bildet, öffentliche Verkehrsmittel nutzt oder sich für den Kauf eines kraftstoffsparenden Autos entscheidet.

In Deutschland erreichten die Benzinpreise vergangenen Sommer einen neuen Höchststand – zeitweise kostete der Liter Superbenzin über 1,50 EUR. So gelangte die globale Energiekrise ganz konkret ins kollektive Bewusstsein der Verbraucher.

Schätzungen zufolge wird der Energieverbrauch zwischen 2005 und 2030 um 50 Prozent steigen. Ausschlaggebend ist dafür insbesondere der steigende Bedarf in Schwellenländern wie China und Indien. Zwar rücken Alternativen wie z. B. Kernkraft, Solartechnik und anderes wieder verstärkt in den Mittelpunkt. Experten stimmen jedoch darin überein, dass fossile Energieträger wie Öl und Gas für absehbare Zeit wichtige Energiequellen bleiben werden.

Die leichte Ölförderung ist bald vorbei
Selbst heute gibt es noch viel, was wir über die weltweiten Erdöl- und Gasreserven nicht wissen. Es wird geschätzt, dass nur 33 Prozent des Erdöls aus den vorhandenen Lagerstätten gefördert werden. Wie können wir diese Förderrate erhöhen? Wo finden wir neue Lagerstätten? Wie können wir herausfinden, wie viel Öl oder Gas genau in diesen Lagerstätten vorhanden ist?

Diese Herausforderungen werden durch die Tatsache verschärft, dass das „einfach“ zu fördernde Öl bereits gefunden wurde. Alle kürzlich entdeckten Öl- und Gasfelder sind relativ schwer zugänglich. Ein gutes Beispiel ist das große Tupi-Feld, das sich fast 300 Kilometer vor der brasilianischen Küste befindet – in gut 7 Kilometer Tiefe unter dem Meeresspiegel, verborgen unter dicken Salz- und Sedimentschichten.

Bis zum letzten Tropfen
Wenn man sich vorstellt, dass selbst eine geringe Steigerung der Ölförderrate um 1,5 Prozent eine Ölausbeute ergäbe, mit der sich der globale Bedarf für ein halbes Jahr decken ließe, wird klar, warum innovative Energieunternehmen mit Hochdruck daran arbeiten, die Förderrate bestehender Lagerstätten zu erhöhen.

Intelligente Technologien für Ölfelder
Der Zeitpunkt stimmt, denn die nötige Technologie ist vorhanden: die Systeme, die unseren Ölfeldern zu Grunde liegen, werden immer intelligenter. Der Fortschritt beim Deep Computing ermöglicht eine neue 3D-Generation der seismischen Modellierung. Auf dieser Basis können Wissenschaftler Felder erkennen, die mit den bisherigen Modellierungsmöglichkeiten verborgen geblieben waren. Mithilfe von Autonomic-Sensing-Technologien und modernen Datenanalyseverfahren ist es möglich, brauchbare Reserven zu ermitteln, die gewonnene Ölmenge zu steigern, die Produktivität zu erhöhen und Probleme vorauszusehen. So sinken die Risiken für Mensch und Umwelt. Durch Virtualisierung lassen sich die Felder von Fachkräften rund um den Globus überwachen, sodass die Belastung der Arbeitskräfte abnimmt.


 

Did you know?
Top 5 consumers of oil. Top 5 producers of oil.

 

Intelligente Ölfelder rund um den Planeten
IBM entwickelt seit 1955 Lösungen für Erdölindustrie. Heute verfügen wir über fünf Forschungseinrichtungen, deren Schwerpunkt auf der Entwicklung intelligenter Ölfelder liegt: in Calgary (Kanada), in Stavanger (Norwegen), in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), in Peking (China) und in Moskau (Russland).

Intelligentere seismische Datenanalyse
Das in Madrid ansässige Unternehmen Repsol (US) arbeitet mit IBM und Wissenschaftlern rund um den Globus zusammen, um die Tiefsee-Ölexploration im Golf von Mexiko exakter zu machen. Dabei kommt die leistungsfähigste Multicore-Verarbeitungstechnologie der Welt für die seismische Datenanalyse zum Einsatz.

Pumping up Produktion
Der norwegische Öl- und Gaskonzern StatoilHydro (US) nutzt Sensoren und Telemetrie, um Bedingungen in Echtzeit zu überwachen. Die gebündelten Sensordaten aus Feldern und Bohrinseln werden mit 3D-Visualisierung dargestellt und ermöglichen so noch fundiertere Entscheidungen. Schätzungen zufolge wird dies zu einer Produktionssteigerung von 5 Prozent und einer Kostensenkung von 30 Prozent führen.

Integrierte Gesteinsphysik
IBM unterstützte den Produktserviceanbieter Landmark (US), Teil von Halliburton Energy Services, bei der Integration von Datensilos aus Reservoir-Modellierung, seismischen Informationen und zum ersten Mal auch der Gesteinsphysik, um die Größe und Qualität potenzieller Öl- und Gasfelder zu bestimmen.