217/2008
Stuttgart, 27. Oktober 2008 – Deutschen Banken fehlt trotz Problembewusstsein und vereinzelt guter Ansätze eine umfassende Gesamtstrategie und die notwendigen Mess- und Analyseinstrumente im Bereich Energie und Umwelt. Obwohl die deutsche Finanzbranche bereits Mitte der achtziger Jahre Vorreiter-Akzente setzte, sind internationale Banken weiter vorn. IBM bietet nun ein Energie- und Umweltmodell, mit dem sich alle relevanten Unternehmensthemen – von Produkten bis Investitionsstrategien – gezielt erfassen, analysieren und systematisch bearbeiten und die Kosteneffizienz deutlich verbessern lassen.
„International gesehen stehen Banken an der Spitze, was Berichte über Nachhaltigkeit angeht – nicht jedoch in Deutschland“ sagt Stefan Riedel, Generalbevollmächtigter Financial Services bei IBM Deutschland. „Doch auch internationale Branchenvorreiter mit vorbildlicher Dokumentation und Veröffentlichung von Emissionsbilanzen mangelt es fast immer noch an adäquaten Erfassungsmethoden und einer fundierten kalkulatorischen Berücksichtigung der Schadstoffkosten und Umweltrisiken.“
Die Krise im Finanzmarktsektor bietet der Branche auch neue Möglichkeiten längst fällige Maßnahmen im Bereich der Unternehmenstrategie und - prozesse einzuleiten. Um veränderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, hat die IBM ein Energie- und Umweltmodell entwickelt, das alle Betriebsabläufe und Kenngrößen untersucht. Dies ermöglicht eine höhere Entscheidungssicherheit und darüber hinaus einen nachhaltigen Managementansatz sowie eine bessere Bepreisung von Umweltkosten- und risiken. Adressiert und analysiert werden beispielsweise folgende Themen:
Steigende Umweltkosten: Die Folgen des Klimawandels und die sich abzeichnenden Verordnungen zur Reduzierung von Treibhausgasen werden Auswirkungen haben auf Produktionskosten, Wertpapierpreise, Haftungsumfang, Kreditvergabe und die Vermögensbewertung. Über 30 Prozent der weltweit größten Banken haben dementsprechend Richtlinien für das Risikomanagement oder die Kreditvergabeprozesse eingeführt. Allerdings sind nur wenige Banken weltweit bereits heute in der Lage, diese veränderten Parameter in ihre Finanz- und Investitionsentscheidungen mit einzukalkulieren.
Marktregulierung und eine veränderte Gesetzgebung: Beim EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) lassen sich durchaus neue Märkte durch die Vermittlung, das Management und den Handel von Emissionsgeschäften erschließen. Staatliche Subventionierungsprogramme im Bereich Energie und Umwelt eröffnen auch für den Finanzmarktsektor weitere Geschäftsfelder über Co-Investitionen in neue Technologien, den Klimaschutz und in erneuerbare Energien.
Grüne Produkte und Dienstleistungen: Emissions-Handel, erneuerbare Energien und Clean-Tech sowie klimabezogene Investmentprodukte sind die Stichworte. Sie erschließen ein enormes Marktpotential. Umwelt-, Klimawandel- und Klimarisikomanagement-Beratung werden zu neuen Betätigungsfeldern. Auch im Retail-Banking blüht das ‚grüne’ Geschäft, z.B. mit ökologische Eigenheim-Darlehen, ‚grünen’ Kreditkarten-Programmen oder Finanzierungskrediten für „grüne“ Privatfahrzeuge.
Emissionsbilanzen: Geschäftsreisen sind mit bis zu 40 Prozent der zweitgrößte direkte Negativposten der Treibhausgasbilanz im Finanzmarksektor – Berichtslegung und Risk Controlling, „grüne“ Finanzprodukte und „grüne“ IT sowie Energieeffizienz der Liegenschaften sind zentrale Bestandteile des Modells.
Rechenzentren: Enorme Einsparpotenziale von bis zu 55 Prozent ergeben sich vor allem auch durch die Konsolidierung und Virtualisierung von Rechenzentren. Dennoch passiert hier noch sehr wenig, und das, obwohl sich die Energiekosten seit 1996 für deren Betrieb im Schnitt verdoppelt haben. Transparenz über moderne Energieverbrauchsanalysen und klare Verantwortlichkeiten inklusive Green Scorecards können hier schnell Verbesserungen bewirken.
In der aktuellen Finanzmarktkrise liegt der Fokus kurzfristig neben den bestehenden Risiken auch im Erkennen und Wahrnehmen von Chancen. Umso mehr ergeben sich hieraus für einen modernen Finanzdienstleister große Potenziale durch eine strategische Positionierung beim Thema Energie und Umweltmodelle. Eine solche Positionierung wird zum einen zu einer Steigerung des Images führen und zum anderen einen Wettbewerbsvorteil generieren.
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