IBM/047/2008
Hannover, Stuttgart, 6. März 2008: Die DEKRA AG und die IBM Deutschland GmbH kündigten heute auf der CeBIT 2008 in Hannover eine Kooperation zur Zertifizierung von Rechenzentren an. Roland Gerdon, Mitglied des Vorstands der DEKRA AG, und Martin Jetter, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH, unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung mit dem Ziel, gemeinsam einen Standard für die Umweltverträglichkeit von Rechenzentren zu entwickeln. Anhand nachvollziehbarer Kriterien sollen Rechenzentren hinsichtlich ihrer Energieeffizienz und der eingesetzten Energieressourcen bewertet werden können.
„Als neutraler internationaler Zertifizierungsdienstleister genießt die DEKRA Certification das Vertrauen ihrer weltweit über 17.000 Kunden, die auf der Basis wirksamen Qualitätsmanagements ihre Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich ausbauen“, betonte Roland Gerdon. „Gemeinsam mit IBM werden wir ein Gütesiegel entwickeln, das die Umweltverträglichkeit von Rechenzentren zuverlässig beurteilt und weitere Effizienzverbesserungen ermöglicht .“
„Mit der Kooperation setzen wir gemeinsam Impulse zur Entwicklung und Etablierung verlässlicher Qualitätssicherung auf dem sich rasch entwickelnden Green-IT-Markt“, sagte Martin Jetter und ergänzte: „Als führender Entwickler und Betreiber von Rechenzentren bieten wir heute bereits innovative Lösungen aus Hardware, Software und Dienstleistungen zur Energieoptimierung von Rechenleistung.“ IBM verfügt über langjährige Erfahrungen in der Energieeffizienzanalyse und –optimierung von Rechenzentren sowie in der damit zusammenhängenden nachhaltigen Verbesserung von Geschäftsprozessen.
Eine Standardisierung ist notwendig, um unterschiedliche Rechenzentren nach messbaren Kriterien miteinander vergleichen zu können. Die Herausforderung: Verschiedene Verfügbarkeits- und Sicherheitslevels von Rechenzentren müssen in Relation zur Effizienz gebracht werden. Nur so sind eine aussagefähige Klassifizierung und Zertifizierung möglich.
Dabei wollen DEKRA und IBM auf bereits vorliegende White Papers wie zum Beispiel des Uptime Institutes oder der Green Grid Initiative aufbauen. Zur Kriterienbildung werden international vorhandene Standards ebenso herangezogen wie praxisnahe und relevante Bewertungen der Energieeffizienz, so beispielsweise der Power Usage Effectiveness Quotient. Er setzt den Gesamtenergieverbrauch des jeweiligen Rechenzentrums ins Verhältnis zum Energieverbrauch der IT. Eine Rolle spielen soll auch die Erzeugungsart des in das Rechenzentrum eingespeisten Stromes, etwa aus erneuerbaren Energiequellen. Die Einteilung des Zertifikates in verschiedene Klassen soll hier Transparenz schaffen.
Die Initative fördert so die Umweltverträglichkeit geschäftlich genutzter Informationstechnologie. Energieoptimierung und CO2-Reduzierung stehen zunehmend im Fokus des öffentlichen Interesses. Unternehmen können ihre Bemühungen auf diesem Feld durch ein Zertifikat verlässlich dokumentieren. Die Vorbereitung auf mögliche zukünftige gesetzliche Neuregelungen wird ebenfalls durch den Erwerb eines Zertifikates gefördert, die Wettbewerbsfähigkeit entsprechend engagierter Unternehmen wird gestärkt.
In den vergangenen Jahren lag der Fokus der Betreiber von Rechenzentren vorwiegend auf Sicherheit und hohe Verfügbarkeit. Green IT erweitert die Perspektive. Im Schnitt müssen und können Rechenzentren erheblich effektiver werden. In Deutschland gibt es derzeit etwa 50.000 Rechenzentren, von sehr kleinen Flächen bis zu einigen Tausend Quadratmetern Ausdehnung. Sie verbrauchten 2007 mit 8,7 Milliarden Kilowattstunden mehr als die anderthalbfache Jahresstromproduktion eines großen Kraftwerks. Weltweit liegt der Verbrauch bei 120 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht der Leistung von 14 Kraftwerken der 1000-Megawatt-Klasse. In den letzten fünf Jahren haben sich der Stromverbrauch und mithin die Kosten rund verdoppelt. Heute werden für jeden Dollar, der für IT-Hardware ausgegeben wird, nochmals 50 Cent für Energie aufgewendet. In den nächsten zwei Jahren steigt dieser Wert auf 70 Cent an und bis 2012, so die Schätzungen der Analysten von IDC, liegen Hardware- und Energiekosten gleichauf.
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