IBM/045/2008
Stuttgart, 05. März 2008 – In der weltweiten Studie „No Bank is an Island“ sagten 69 Prozent der befragten Banken, dass ihr Unternehmen derzeit nicht global integriert agiert und arbeitet, obwohl gleichzeitig 40 Prozent gerade in der Globalisierung erhebliches Wachstumspotenzial sehen. Nur wenige Banken sind außerhalb ihres heimischen Marktes oder in wachsenden Märkten wie China, Südkorea, Indien oder der Türkei aktiv. Damit verpassen sie Chancen gerade dort, wo die Nachfrage nach neuen Bankangeboten und Services beste Voraussetzungen für rasches Wachstum bieten. Zentrale Botschaft der Studie: Egal wie eine Bank agiert – sie darf im Ozean des Kapitalmarktes kein Inseldasein führen. Die Studie wurde durchgeführt vom IBM Institute for Business Value und der Economist Intelligence Unit, befragt wurden 637 leitende Manager von Banken aus 89 Ländern.
„Einige meiner profitabelsten Kunden leben in Malaysia, haben ihre Familie in Indien, unterstützen die Kinder an Universitäten in den USA und machen Geschäfte in Europa. Wir müssen in der Lage sein, sie zu bedienen.“ So lautet die Aussage eines CEOs von einer großen, regionalen Bank aus Asien, der zu den Befragten der Studie „No Bank is an Island“ gehört. An der weltweiten Studie, die vom IBM Institute for Business Value in Zusammenarbeit mit der Economist Intelligence Unit erstellt wurde, beteiligten sich über 630 Führungskräfte von Banken aus 89 Ländern.
Das Zitat des CEOs verdeutlicht, wie komplex die Herausforderungen für die Bankenbranche bei Privatkunden aufgrund der Globalisierung und der weltweiten Mobilität geworden sind. Es geht um einen Trend, der durchaus lukrativ ist: Bis 2025 sollen sich die Umsätze des weltweiten Finanzmarktes auf geschätzte 1,3 Billiarden US-Dollar vervierfachen. Wer an diesem Kuchen teilhaben will, muss jetzt die Weichen dafür stellen.
Enge Zusammenarbeit mit PartnernBanken aller Größenordnungen spüren die Auswirkungen der Globalisierung, die vor allem auch durch internationale Fusionen und Übernahmen, aber auch wachsende Unsicherheiten und Risiken geprägt ist. Es stellt sich nun die Frage, ob Banken in der Lage sind, ihre Geschäftsmodelle so zu ändern, dass sie von der Globalisierung auch nachhaltig profitieren können. Zwar glaubt drei Viertel der allgemeinen Geschäftsbanken, dass sie gut auf die Globalisierung vorbereitet sind, dies sind jedoch laut IBM Studie vor allem spezialisierte Banken und jene, die eng mit Wettbewerbern zusammenarbeiten.
Vor allem durch Partnerschaften können Banken bessere Strategien entwickeln, die sie in die Lage versetzen, effizienter zu werden und nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Dies haben sehr viele Banken auch erkannt: Über die Hälfte der befragten Führungskräfte gaben an, dass sie innerhalb der nächsten fünf Jahre strategische Partnerschaften für Service und Vertrieb auch außerhalb der Bankenwelt anstreben. Und über 40 Prozent suchen zudem sogar eine engere Zusammenarbeit mit ihren direkten Wettbewerbern. Damit wollen 38 Prozent der Banken die Effizienz ihre Bankfilialen und den Vertrieb von Bankprodukten fördern, 32 Prozenten so ihre Strategie und Planung verbessern und 28 Prozent ihr Risikomanagement optimieren. Problem ist jedoch eine mangelnde weltweite Integrationsfähigkeit: Diese beurteilen gut die Hälfte der allgemeinen Geschäftsbanken als zu wenig ausgeprägt beziehungsweise als zu gering.
„Unsere Studienergebnisse zeigen, dass alle Banken, egal ob sie nur lokal agieren oder weltweit vertreten sind, von der Globalisierung betroffen sind“, sagt Stefan Riedel, Vice President Financial Services, Banking & Financial Markets, IBM Deutschland GmbH. „Wichtig ist die Erkenntnis, dass sich keine Bank ein Inseldasein im internationalen Markt mehr leisten kann“.
Die Studie zeigt auch, dass die Banken zwischen mehr Bequemlichkeit für ihre Kunden einerseits und Beratung und Services andererseits trennen. Für 65 Prozent der Banken ist es wichtig, einheitliche Services zu bieten, aber nur 19 Prozent sagen, dass eine höhere Bequemlichkeit für Kunden zu ihren vorrangigen Prioritäten gehört. Als Konsequenz daraus nutzen Bankkunden verstärkt Komfortleistungen, die über Online- oder Mobildienste erbracht werden.
Weltweit über 600 Banken befragt
Das IBM Institute for Business Value und die Economist Intelligence Unit haben weltweit 637 leitende Manager von Banken aus 89 Ländern befragt. Davon kommen jeweils rund ein Drittel aus der Region Asien-Pazifik und Westeuropa. Etwa ein Fünftel ist aus Nordamerika und der Rest aus Südamerika, Afrika, Osteuropa und dem mittleren Osten. Die Größe der Banken nach Anlagevermögen war wie folgt verteilt: 31 Prozent weniger als 25 Milliarden US-Dollar, 37 Prozent zwischen 25 und 250 Milliarden US-Dollar und der Rest über 250 Milliarden US-Dollar.
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