Über den Wandel

Martin Jetter, Vorsitzender der
Geschäftsführung
IBM
Deutschland GmbH
auf der
do it.konferenz in Stuttgart
Erfolg durch schnelle Anpassungsfähigkeit
In letzter Zeit ist das Thema Wandel und Umbruch von vielen Seiten beleuchtet worden. Welchen Wandel beobachten wir? Und welche Veränderungen treiben wir in unseren Unternehmen.
Veränderungen in der Markt- und Wettbewerbssituation, sowie grundlegende strategische Neuausrichtungen sind das tägliche Brot eines Unternehmers.
Aber ich bin sicher, die Geschwindigkeit der Veränderungen sowie die Unsicherheit, die mit Veränderungen einhergeht, hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen.
Wir alle, als Konsument, als Arbeitnehmer, als Führungskräfte und als Unternehmer müssen diese Veränderung und den damit einhergehenden Zuwachs an Komplexität bewältigen.
Wandel findet statt.
Die Ergebnisse der CEO Study
Welche Faktoren bestimmen über den Erfolg
Alle zwei Jahre befragen wir weltweit CEOs zu ihren zukünftigen Herausforderungen und bitten sie um Ihre Einschätzungen. Der Studienbericht 2008 wurde vor wenigen Wochen veröffentlicht. Er ist der umfassendste seiner Art und basiert auf über eintausend persönlichen Interviews mit CEOs.
Dabei haben sich 4 zentrale Themenkomplexe herausgebildet:
- Das Unternehmen der Zukunft ist ‚Built for Change’ – es hungert nach Veränderung. Es ist nicht nur in der Lage sich rasch anzupassen – Nein, es führt Trends an, anstatt ihnen einfach nur nachzulaufen. Das Unternehmen der Zukunft ist fokussiert auf Veränderung, Innovation und es ist von Natur aus revolutionär.
- Das Unternehmen der Zukunft ist innovativer als von Kunden erwartet. Es muss die stetig wachsenden Kundenerwartungen übertreffen.
- Das Unternehmen der Zukunft agiert global integriert. Es nutzt die Chancen der globalen Ökonomie und stellt sich so auf, dass es auf weltweit bestes Know-how leicht zugreifen kann und es überall auf der Welt leicht zum Einsatz bringen kann.
- Das Unternehmen der Zukunft ist aufrichtig engagiert in Corporate Social Responsibility
Das Unternehmen der Zukunft
Wie steht es um Ihr Unternehmen?
Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Wird in Ihrem Unternehmen regelmäßig Bestehendes in Frage gestellt? Welche Ihrer Produkte sind bahnbrechend und verschaffen Ihnen Zugang zu völlig neuen Segmenten oder Märkten? Bewerten Sie systematisch potenzielle geografische Märkte? Sind Sie wirklich im Vergleich zum Wettbewerb gewachsen? Integrieren Sie wirksam unterschiedliche Daten und Systeme, um neue Kundeninformationen zu gewinnen? Und vernetzen Sie weltweite Fähigkeiten, Wissen und Assets, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren? Haben Sie globale Partnerschaften, Fusionen oder Übernahmen geplant? Wollen Sie den Wandel bestimmen, oder soll der Wandel über Sie bestimmen?
Neben vielen anderen Faktoren, die die Geschwindigkeit der Veränderungen stetig erhöhen gehören rasant steigende Energiekosten. Energieeffizienz wird damit immer mehr zum Wettbewerbsfaktor und die Bekämpfung des Klimawandels entscheidet sich an der Frage, ob es gelingt, Wachstum und Energieverbrauch zu entkoppeln. Dabei spielt der intelligente Einsatz von Informationstechnologie eine wesentliche, wenn nicht gar die entscheidende Rolle.
CEOs sind sich einerseits Ihrer Verantwortung gegenüber Mensch, Natur und Gemeinschaft bewusst – ohne dabei andererseits den wirtschaftlichen Nutzen aus den Augen zu verlieren. Denn genau darum geht es: diese Investitionen müssen sich rechnen.
Wachstum vs. Energieverbrauch
Wie können wir den globalen Energieverbrauch von einem möglichst hohen globalen Wirtschaftswachstum abkoppeln?
Wir stehen als Unternehmen vor einem anscheinend unlösbaren Dilemma: Einerseits bedroht der Klimawandel unsere Lebensgrundlage und weite Teile unseres Planeten. Um den globalen Temperaturanstieg einzudämmen, müssen wir die CO2-Emissionen rapide senken. Andererseits wollen wir wirtschaftliches Wachstum, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Lebensbedingungen auch in armen Regionen zu verbessern. Bisher jedoch führte eine höhere Wirtschaftsleistung automatisch zu höherem Energieverbrauch.
Nun können Sie einwenden: Ist es denn nicht wichtiger, alternative Energien zu fördern und zu verbessern und in großen Umfang einzusetzen? Diese können dann klimafreundlich auch einen steigenden Energiebedarf bedienen. Doch reichen regenerative Energien nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft in den kommenden Jahrzehnten dafür allein nicht aus. Ziel muss also sein, unseren Energiebedarf zu senken.
Bei dieser anspruchsvollen Zielsetzung kann IT einen wesentlichen Beitrag leisten – auch und gerade im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Green IT ist mehr als ein Schlagwort. Sie ist die Chance für Ressourceneffizienz und Klimaschutz. Schließlich ermöglicht Green IT, den Energie- und Materialverbrauch zu senken, und zwar auf zwei Ebenen: innerhalb unserer Branche und durch innovative und wachstumsfördernde Lösungen in nahezu allen anderen Wirtschaftszweigen.
Welchen Beitrag zu Energieeffizienz und Ressourcenschonung leisten wir bei IBM und wie zahlt sich das für uns und unsere Kunden aus? Wir sehen ein so großes wirtschaftliches Potenzial im Bereich der „grünen“ IT , dass wir jährlich eine Milliarde Dollar über alle Geschäftsbereiche hinweg aufwenden, um die Energieeffizienz in der Informationstechnik zu erhöhen. Das "Projekt Big Green" zielt auf die Bekämpfung von Energieengpässen und die Senkung von Energiekosten in Rechenzentren von Unternehmen und der öffentlichen Hand weltweit. Die Initiative umfasst neue Technologien und Services für Energieeinsparungen, die von einem weltweit aktiven "Green Team" aus mehr als 1.000 Spezialisten der IBM getragen wird. Die Energie-Optimierung eines Unternehmens hört aber nicht beim Rechenzentrum auf. Im Gegenteil: Alle Bereiche eines Unternehmens bieten Einsparpotenziale. So bietet das auf Lean Six Sigma beruhende Konzept „Green Sigma“ die umfassende Analyse betrieblicher Abläufe mit dem Ziel, die Effizienz und Qualität des Energieverbrauchs betrieblicher Abläufe zu verbessern und dadurch die Gesamtleistung weiter zu optimieren. Dazu gehören Transportsysteme ebenso wie Fertigung, Vertriebszentren, Bürogebäude oder Entwicklungsstandorte.
Auch intelligente Softwarelösungen unterstützen Unternehmen dabei, Energieverbrauch zu optimieren. Beispielsweise für die Beleuchtungs- und Heizsysteme von Bürogebäuden oder zur Planung von Transporten, wobei automatisch die ressourcensparendste Alternative ausgewählt wird.
IT-gestützte virtuelle Entwicklungszusammenarbeit – die Engineering Colllaboration – hat dagegen den Informationsaustausch zwischen nationalen und internationalen Entwicklungsteams zum Ziel. Im Unternehmen oder in Kooperation mit Zulieferern, Partnern und Kunden. Durch moderne Collaborationtools und die Möglichkeiten des Web 2.0 wie beispielsweise Online-Konferenzen oder Blogging können Spezialisten zeitnah und weltweit an einer gemeinsamen Lösung arbeiten. 3D Produktmodelle und -Simulationen ermöglichen durch Materialeinsparungen eine schnellere und ressourcenoptimiertere Produktentwicklung. Ergebnis: Eine vollständige Ausschöpfung des Entwicklungs-Potenzials.
Product Lifecycle Management
Noch weiter in der Steuerung der Energie-Effizienz geht Product Lifecycle Management (PLM)-Software. Dabei handelt es sich um ein IT-Lösungssystem, mit dem alle Daten, die bei der Entwicklung, Produktion, Lagerhaltung und dem Vertrieb eines Produkts anfallen, einheitlich verwaltet und abgerufen werden. Im Idealfall greifen sämtliche Bereiche bzw. Systeme, die mit einem Produkt in Berührung kommen, auf eine gemeinsame Datenbasis zu: Von der Planung, Konstruktion, Berechnung und Fertigung bis zu Controlling, Vertrieb und Service. Die Vorteile sind klar: Damit ist eine PLM-Lösung mehr als nur Software, vielmehr handelt es sich um eine unternehmerische Strategie - denn sie ermöglicht Unternehmen, an global verteilten Standorten so zu agieren - und zum Beispiel Produkte zu erfinden, zu entwickeln, zu warten und anzukündigen – als seien sie ein lokales Unternehmen: Deutsche Ingenieurs- und Maschinenbaukunst global integriert.
Mit „Green-PLM“ können Produkte von der Design-phase bis zum Recycling umweltfreundlich gestaltet werden. Egal ob Automobil, Fernseher oder Hochleistungs-Fräsmaschine – eine umweltbe-wusste PLM-Strategie hilft, Energieeffizienz und Umweltbelastung während des gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu analysieren und zu bewerten. Betrachtet wird bei Green-PLM nicht nur die Auswahl der verwendeten Materialien vom Grundstoff bis zur Verpackung, sondern auch die benötigte Energie zur Herstellung, Aufwendungen für den Transport und in welchem Umfang Produkte am Ende ihres Lebenszyklus wieder verwendet werden können. Die Implikationen: Längere Lebenszeiten der einzelnen Komponenten, leichterer Betrieb und Unterhalt der Maschinen, weniger Gewicht und geringere Betriebskosten – deutliches Einsparpotenzial für die gesamte Wertschöpfungskette. Für Zulieferer, Hersteller, Anbieter und Nutzer.
Weitere Informationen
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Studien
Corporate Social Responsibility

