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„Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung“ in Sindelfingen bietet einzigartige Sammlung

Bild: Haus zur Geschichte der
Das "Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung" befindet sich seit 1994 im Gebäude der ehemaligen IBM Lochkartendruckerei in Sindelfingen. Dort ist auf rund 600 Quadratmetern eine große Sammlung bedeutender historischer IBM Produkte aus mehr als 100 Jahren DV-Geschichte zu sehen. Schwerpunkt der Sammlung sind Maschinen, die vorwiegend in Deutschland eingesetzt, entwickelt oder produziert wurden.
Von allen wichtigen Generationen von IBM Maschinen und Systemen ist jeweils ein repräsentatives Exponat vorhanden. Das Besondere: fast alle der ausgestellten Maschinen, Systeme und Geräte sind noch voll funktionsfähig und werden den Besuchern „in Aktion“ präsentiert. Auf diese Weise wird dem Publikum anschaulich vermittelt, welche Pionierrolle die IBM bei der Entwicklung der Datenverarbeitung gespielt hat. Betrieben wird das Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung ehrenamtlich von IBM Pensionären. Sie restaurieren die Exponate und halten diese einsatzbereit.

Den Beginn der Datenverarbeitung markiert ein von Herman Hollerith entwickeltes elektrisches Lochkarten Zähl- und Sortiersystem. 96 dieser Exemplare kamen bei der US-Volkszählung von 1890 zur Auszählung von etwa 62 Millionen Lochkarten zum Einsatz. Die für die Erstellung der Lochkarten verwendeten rund 500 Pantograph-Locher veranschaulichen sehr deutlich, wie aufwändig die Erfassung der großen Datenmengen aus den Fragebögen gewesen ist.
Die lange Periode der numerischen und alphabetischen elektromechanischen Datenverarbeitung mit Lochkarten, die von 1900 bis in die 1960er Jahre reichte, wird an vielen IBM Maschinen ausführlich demonstriert. Dabei wird auch das Lochkartenverfahren vorgestellt und erklärt. Exponate aus dieser Zeit sind beispielsweise die Tabelliermaschinen DEHOMAG D11 und IBM 421.

Die nächste Entwicklungsstufe sehen Besucher an dem Magnettrommelrechner IBM 650. Dieser frühe Röhrenrechner zeigt die Anfänge der speicherprogrammierten elektronischen Datenverarbeitung der fünfziger Jahre. Dazu ist auch das als "Vater aller Magnetplattenspeicher“ bekannte System IBM 355 zu sehen. Bei vier anschließbaren Geräten brachte es die IBM 650 damit bereits 1957 auf eine externe Speicherkapazität von bis zu 24 Millionen Zeichen mit Direkt-Zugriff.
Weitere Meilensteine sind das erste voll transistorisierte EDV-System IBM 1401 von 1959 und das IBM System /360 Modell 20 aus der Systemfamilie IBM /360 von 1964. Dieses bot erstmals mit gemeinsamer Architektur eine große Leistungsbandbreite. Das Zeitalter der Datenbank-Systeme markierte zu Beginn der siebziger Jahre die Systemfamilie IBM/370. Die weitere rasante Entwicklung wird an einem System IBM 4361 und einem Großrechner der IBM /390-Serie gezeigt.
Hinzu kommt das Modell eines Servers der IBM /390 zSeries von 1999 sowie Systeme für kleinere und mittlere Unternehmen, wie IBM /36 und IBM /38. Daneben sind auch ein Warenhaussystem IBM 3650 und IBM Bankenterminals als wichtige Ein- und Ausgabegeräte der Datenverarbeitung zu sehen.
Die Ausstellung im "Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung" umfasst neben den Rechen- und Speichersystemen auch eine beinahe komplette Sammlung von Schreibmaschinen und Diktiergeräten der IBM Textverarbeitung sowie Waagen, Stempel- und Stechuhren und eine Sammlung von IBM PCs.
Kontakt
Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung
Bahnhofstr. 43
71063 Sindelfingen
Tel.: 07031 / 41 51 08
E-Mail: historyh@de.ibm.com

