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Geschichte der IBM in Deutschland

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1990
Bild: IBM Personal System/1
Bild: IBM Personal System/1
Mit der Verlagerung des Firmensitzes von Stuttgart nach Berlin kehrt die IBM Deutschland GmbH Holding nach mehr als 80 Jahren wieder offiziell an ihren Gründungssitz zurück: An der Spree hatte 1910 mit der Deutschen Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH die Geschichte der IBM begonnen.

1992
Gründung der IBM Unternehmensberatung mit 2500 Beratern in 30 Ländern. In Deutschland nimmt die IBM Unternehmensberatung für Informationstechnik die Arbeit auf.

1993Bild: Informations- und Leitsystem auf der IGA
Bild: Informations- und Leit-
system auf der IGA
NaturSchauSpiel Knopfdruck: für die Internationale Gartenbauausstellung IGA ESPO 93 in Stuttgart entwickelt die IBM als offizieller Partner der IGA ein computeranimiertes audio-visuelles Informations- und Leitsystem.

Erstmals fertigt die IBM Halbleiter nicht mehr ausschließlich für den Eigenbedarf: Neben Technologieprodukten bieten die IBM Werke auch Beratungs- und Serviceleistungen auf dem freien Markt an.

Die IBM steigt ins Outsourcing-Geschäft ein: So lagern zum Beispiel die Porsche AG und FAG Kugelfischer ihre gesamte IS-Organisation aus und übertragen den Betrieb an die IBM Tochter Systeme und Netze.

Die Deutsche Angestellten Gewerkschaft (DAG) schließt mit IBM einen Haustarifvertrag ab. Dabei handelt es sich um den ersten Haustarifvertrag in einem Dienstleistungsunternehmen in der IT-Branche.

Im Beisein von Bundesforschungsminister Dr. Paul Krüger feiert das IBM Entwicklungslabor in Böblingen sein 40-jähriges Bestehen. Lagen in der Vergangenheit die Schwerpunkte des IBM Labors fast ausschließlich in der Entwicklung von Hardware, so gewinnen die Softwareentwicklung und die dazugehörigen Dienstleistungen immer mehr Bedeutung. Im PC-Bereich stellt die IBM eine ganze Reihe von richtungweisenden Produktneuheiten vor - vom ThinkPad Notebook bis zum High-End-Server. Neu hinzugekommen ist eine Reihe extrem leichter, ergonomisch ausgereifter Notebook- bzw. Notepad-Computer, die auch für Multimedia-Anwendungen ausgelegt sind. Zudem werden neue leistungsstarke Modelle der PS/2 Serverfamilie sowie IBM ValuePoint für AS/400 Anwender angeboten.

Im November wird in Frankfurt das erste Open System Center der IBM in Deutschland eröffnet. Damit will die IBM ihren Kunden die Möglichkeit bieten, sich unter fachkundiger Anleitung in einer fast realen Umgebung mit der Umsetzung neuer Technologien in ihrem Unternehmen vertraut zu machen. Weitere Center folgen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München und Stuttgart.

Bild: Edmund Hug
Bild: Edmund Hug

Edmund Hug wird neuer Chef der IBM Deutschland GmbH: Als Vorsitzender der Geschäftsführung tritt er die Nachfolge von Hans-Olaf Henkel an, der zum Präsident der IBM World Trade Europe/Middle East/ Africa Corporation in Paris berufen wurde.

Thomas J. Watson jun. stirbt am Silvesterabend im Alter von 79 Jahren. Er trat als Chief Executive Officer in die Fußstapfen seines Vaters und leitete IBM von 1956-1970.

1994
IBM befindet sich im Umbruch. Nachdem IBM im vierten Quartal 1993 erstmals nach den Verlusten in 1992 weltweit wieder schwarze Zahlen schreibt, ist 1994 das Jahr der Bewährung im Markt. Neue Unternehmensgrundsätze werden zum Jahreswechsel formuliert, die diesen Umbruch demonstrieren sollen.

Bild: IBM 9672 Transaction Server S/390
Bild: IBM 9672 Transaction
Server S/390
Im April kündigt IBM die Parallelrechner S/390 Parallel Transaction Server und die POWERparallel Systeme an, die kommerzielle Anwendungen, beispielsweise bei Reiseunternehmen und Fluggesellschaften, beschleunigen.

Ebenfalls im April geht IBM mit einem eigenen Tele-Shopping-Center an den Start - die IBM Direktvertrieb GmbH wird gegründet.

Die IBM Mitarbeiterzeitschrift feiert ihr 60-jähriges Bestehen.

Louis V. Gerstner, neuer Chief Executive Officer seit 1993, besucht Deutschland am 8.September anlässlich der Verabschiedung der Alliierten und einer deutsch-amerikanischen Wirtschaftskonferenz. Die IBM Deutschland Entwicklung GmbH erhält die weltweite Verantwortung für die Entwicklung von Großrechnern.

1995
Auf der CeBIT präsentiert die IBM Deutschland ein Multimedia-System, das den Originalzustand der Dresdner Frauenkirche, Europas bedeutendstem Kirchenbau des Protestantismus, simuliert. Seit 1990 unterstützt IBM den Wiederaufbau der Kirche, die bis zu ihrer Zerstörung im Februar 1945 das Wahrzeichen der Stadt war. IBM hat dem Bauherrn, der Stiftung Frauenkirche Dresden e.V., zwei ihrer schnellsten Rechner aus der IBM RISC System /6000 Familie sowie das CAD-Werkzeug IBM CATIA zur Verfügung gestellt.

Das Beratungszentrum Informationstechnik für Menschen mit Behinderungen zeigt ebenfalls auf der CeBIT Lösungen für deren beruflichen Alltag. Die IBM Sprachausgabe und ein Bildschirmvergrößerungsprogramm für Blinde und Sehbehinderte werden vorgestellt.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel ist Mitte des Jahres mit seinem kompletten Kabinett zu Gast in der Stuttgarter Hauptverwaltung.

1996
1996 ist das Jahr der Konsolidierung. Der Anteil am Dienstleistungsgeschäft steigt, dennoch wird die europäische Geschäftslage als schwach eingestuft. Wichtige länderübergreifende Aufgaben werden der IBM Deutschland GmbH übergeben, beispielsweise die Verantwortung für die Liegenschaften in Zentral-/Mitteleuropa oder Anwendungsentwicklung. Das Werk Mainz übernimmt die europaweite Verantwortung für Speichertechnologien.

In Erfurt wird von der Tochtergesellschaft CSG Computer Service GmbH ein Helpline Center errichtet. Rund 170 Mitarbeiter helfen PC-Anwendern rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr bei Problemen mit herstellerübergreifender Hard- und Software sowie Online-Diensten. IBM Mitarbeiter gründen gemeinsam mit Mitarbeitern von DaimlerChrysler die Initiative Star Care. Der regionale Schwerpunkt des Engagements liegt auf dem Großraum Stuttgart. Ziel der Initiative ist es, soziale Projekte für Kinder zu unterstützen

1997
Herman-Josef Lamberti wird Geschäftsführer der IBM Deutschland GmbH und löst damit Edmund Hug ab, der seit 1993 den Vorsitz der Geschäftsführung inne hatte.

Der Geschäftsbereich Services gewinnt für die Geschäftstätigkeit der IBM immer mehr an Bedeutung.

In den Büros der IBM Deutschland GmbH wird ein neues Arbeitskonzept eingeführt: Beim Shared Desk Prinzip - ein Arbeitsplatz wird von mehreren Mitarbeitern benutzt - verbinden funktionale Arbeitsplätze die IBM Mitarbeiter mit moderner Technologie, Kollegen und Kunden. Im Mittelpunkt steht das Arbeiten in Teams.

IBM Software landet auf dem Mars: Der Computer der Marssonde Pathfinder basiert auf der IBM RS/6000 Technologie.

Eines der weltweit sieben Solution Partnership Center öffnet im Juni seine Pforten in Ehningen. Gemeinsam mit externen Software-Entwicklungsfirmen werden hier neue IT-Lösungen entwickelt.

IBM entwickelt das elektronische Auskunfts- und Dialogsystem EASY für Blinde und Sehbehinderte gemeinsam mit dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf. Die Inhalte - berufliche, rechtliche und kulturelle Informationen - und Benutzeroberfläche sind blindengerecht gestaltet.

Der Supercomputer Deep Blue schlägt den Schachweltmeister Garry Kasparov in der sechsten Partie. Dank seiner Rechenleistung von 200 Millionen Stellungsbewertungen kann Deep Blue pro Sekunde zehn bis zwölf Züge tief alle Möglichkeiten fehlerlos analysieren.

1998
Der weltweit leistungsstärkste und schnellste Mikroprozessor mit CMOS-Technologie kommt aus dem Böblinger IBM Labor. Die Rechenleistung liegt bei einer Milliarde Taktzyklen pro Sekunde (1 GHz).

Louis V. Gerstner hält auf der CeBIT die Eröffnungsrede und hebt die wachsende Bedeutung der Informationstechnologie hervor. Beispiele, die das verdeutlichen: In jedem Automobil der gehobenen Klasse steckt mehr Rechenleistung als die Landefähre der ersten Astronauten auf dem Mond besaß. Allein 1997 werden fünfmal soviel Nachrichten per E-Mail verschickt wie Briefsendungen - insgesamt 2,7 Billionen E-Mails. Ende des Jahres können alle IBM Mitarbeiter auf das Internet zugreifen. Das ist Ausdruck einer neuen ortsunabhängigen Kommunikationsform: Menschen können online in Teams zusammenarbeiten und Wissen austauschen.

1999
Ab dem 1. Januar gelten neue Arbeitszeitregeln: Die IBM Mitarbeiter können ihre Arbeitszeit von Montag bis Freitag zwischen 6 - 20 Uhr eigenverantwortlich einteilen.

Die inzwischen in READ.ME umbenannte Mitarbeiterzeitschrift wird im April vollständig durch das IBM Intranet abgelöst. Die Mitarbeiter werden von nun an online über die neuesten Ereignisse bei IBM informiert. An einem durchschnittlichen Arbeitstag werden weltweit rund elf Millionen Zugriffe auf das IBM Intranet verzeichnet.

Am 27. Juli wird die Initiative D21 ("D" = Deutschland, "21" = das 21. Jahrhundert") gegründet - eine Kooperation (Public Private Partnership) zwischen führenden deutschen Wirtschaftsunternehmen und dem Staat. Erwin Staudt, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM von November 1998 bis Januar 2003, übernimmt den Vorsitz der Initiative. Leitgedanke von D21 ist es, Deutschland in der Informationswirtschaft in eine europäische Spitzenposition zu bringen und das Land fit für das Informationszeitalter zu machen.

Die Y2K-Umstellung ist für die IBM und ihre Kunden eine Herausforderung. Die Furcht, um Mitternacht im Dunkeln zu stehen, erweist sich als unbegründet: Alle Systeme sind gut vorbereitet und überstehen den Jahrtausendwechsel problemlos.