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Geschichte der IBM in Deutschland

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Willy Heidinger Bild: Herman Rottke
Bilder: Willy Heidinger (links), Herman Rottke (rechts)
1930
Der Firmengründer und erste Generaldirektor der DEHOMAG, Willy Heidinger, wird Vorsitzender des Aufsichtsrats der DEHOMAG, Herman Rottke übernimmt den Vorsitz der Geschäftsleitung. Trotz weltweiter Wirtschaftskrise werden keine Mitarbeiter entlassen, im Gegenteil - die DEHOMAG hat jetzt 298 Beschäftige und setzt 10,15 Millionen Mark um.


1931
Die 1912 gegründete Kundenzeitschrift erscheint zum ersten Mal unter dem neuen Namen "Hollerith NACHRICHTEN". In Berlin startet die "Kaufmännische Schule" der DEHOMAG mit den ersten Verkaufsschullehrgang.

Bild: Verkaufsschullehrgang
Bild: Verkaufsschullehrgang
1932
In Sindelfingen verlässt die letzte Optima-Waage das Werk.

1933
Die DEHOMAG beschäftigt zu Jahresbeginn 462 Mitarbeiter und gründet in Berlin eine spezialisierte Niederlassung für Wirtschaft. Die DEHOMAG erwirbt Grundstücke und Anlagen in Berlin-Lichterfelde.

1934
Bild: DEHOMAG Hauptverwaltung in Berlin
Bild: DEHOMAG
Hauptverwaltung
Die DEHOMAG eröffnet am 8. Januar ein neues Werk und die Hauptverwaltung in Berlin-Lichterfelde. Das Produktionsprogramm umfasst Locher, Prüfer, Sortiermaschinen, Tabelliermaschinen und Lochkarten. Die DEHOMAG fusioniert mit der Degemag. Die Optima-Maschinenfabrik in Sindelfingen wird mit der DEHOMAG verschmolzen. Das Kapital erhöht sich auf 7 Millionen RM. Der erste "Lohnarbeitsbetrieb" der DEHOMAG - der Vorgänger der Rechenzentren - nimmt in Berlin Kundenaufträge entgegen. Die Premiere des ersten Hollerith-Lehrgangs "Technische Schule"" findet in Berlin statt. Dr. Erwin Aikele gründet die DEHOMAG-Werkzeitschrift "Der Stromkreis". Die Nr.1 erscheint im Mai 1934.

Bild: Preußische Volkszählung
Bild: Preußische Volkszählung
1935
Die preußische Volkszählung wird als Lohnauftrag an die DEHOMAG übergeben. Bei Hollerith arbeiten jetzt 1119 Mitarbeiter. Die DEHOMAG kann ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Zahlreiche Jubiläen der Betriebszugehörigkeit können begangen werden: 54 Mitarbeiter sind 10 Jahre im Unternehmen, drei Mitarbeiter haben das 20-jährige erreicht und zwei Mitarbeiter - Willy Heidinger und Herman Weinlich - können auf 25 Jahre DEHOMAG zurückblicken.

Auch in Bielefeld, Breslau und Nürnberg werden Niederlassung eingerichtet. In Berlin entsteht eine zweite Niederlassung für Behörden. Damit gibt es jetzt in Deutschland 11 Hollerith-Niederlassungen. Im Werk Berlin wird eine Lehrlingsabteilung eingerichtet. Ein Lehrling bekommt fünf Reichsmark pro Woche im ersten Jahr und 12,50 Reichsmark pro Woche im letzten Lehrjahr. Die Deutsche Reichsbahn bearbeitet mit den Lochkartenverfahren jährlich 140 Millionen Buchungen.

Bild: Lochkartendruckerei in Sindelfingen
Bild: Lochkartendruckerei
in Sindelfingen
1936
Die in Deutschland entwickelte schalttafelgesteuerte Tabelliermaschine D11 kommt auf den Markt; sie führt alle vier Grundrechenarten aus. Durch beliebig viele Zwischengänge werden Querrechnungen und gruppenabhängige Speicherungen vorgenommen. Ein Zeilenautomat steuert den Formularvorschub. Das "D11-Zeitalter" beginnt.

Gleichzeitig wird der Rechenlocher herausgebracht. Er multipliziert durch fortgesetztes Addieren. Zur Schulung von Kunden findet der erste Lehrgang in Berlin statt. Die Lochkarten-Druckerei in Sindelfingen wird eingeweiht.

1937
Die D11 ist die erste Tabelliermaschine, die dank des neuen Summenlochers jetzt auch Summen stanzen kann. Auch die Druckpressenmaschinen zum Drucken von Lochkarten, die bis dahin aus Amerika importiert wurden, werden nun in Sindelfingen gefertigt. Die neue Lehrwerkstatt in Berlin, Charlottenstraße, hat 34 Ausbildungsplätze. In Sindelfingen entsteht eine Lehrwerkstatt für metallverarbeitende Berufe. Das Vorschlagswesen wird eingeführt. Die erste Prämie beträgt 100 RM.

Bild: Niederlassung Berlin
Bild: Niederlassung Berlin
1938
In Berlin wird der erste europäische Technikerlehrgang der DEHOMAG durchgeführt. Die Niederlassungen Berlin Nord und Süd sowie die Kaufmännische Schule beziehen ein eigenes Gebäude. Die DEHOMAG ist jetzt auch für den österreichischen Markt zuständig. Der schnelle Rechenlocher 2 wird angeboten. Er multipliziert nach dem Multiplikationsverfahren.

1939
Die Datenverarbeitung erlebt mit der "Großdeutschen Volkszählung" - als Lohnauftrag - ihren ersten spektakulären Höhepunkt. Über 90 Millionen Lochkarten kommen zum Einsatz.