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Geschichte der IBM in Deutschland

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Bild: Herman Hollerith
Bild: Herman Hollerith
1910
Der Amerikaner Herman Hollerith, Erfinder der Lochkartenmaschine und Gründer der "Tabulating Machine Company", entsendet den Ingenieur R. Williams nach Deutschland, um eine Gesellschaft zum Erwerb seiner Patente und Vertrieb seiner Maschinen zu gründen. Am 30. November wird in Berlin die DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) gegründet. Zum Generaldirektor wird Willy Heidinger bestellt. Das Gründungskapital beträgt 120 000 Mark. Mit insgesamt sieben Mitarbeitern und den Produktions- und Vertriebsrechten für Deutschland und Südeuropa beginnt die Gesellschaft ihre Arbeit.


Bild: DEHOMAG Berlin
Bild: Die DEHOMAG Berlin
Die Länder Württemberg, Elsaß-Lothringen, Baden und Sachsen führen ihre Volkszählung mit dem Lochkartenverfahren durch. Außerdem das Land Preußen, das wegen seiner hohen Einwohnerzahl besondere Anforderungen an die Technik stellt. In dieser ersten Entwicklungsphase der Datenverarbeitung in Deutschland werden Tabelliermaschinen ausschließlich für statistische Zwecke benutzt.


Der ersten DEHOMAG-Kunde, der sich eine eigene Lochkartenabteilung für kaufmännische Zwecke einrichtet, sind die Farbenfabriken Bayer in Elberfeld. Weitere Kunden werden die Farbwerke Hoechst in Frankfurt am Main, BASF in Ludwigshafen, AEG, Siemens-Schuckert und Osram in Berlin sowie Brown-Boveri in Mannheim. Der Umsatz der DEHOMAG beträgt 84 000 Mark.

Bild: Farbenfabriken Bayer
Bild: Farbenfabrik Bayer
1911
In den USA fusioniert die im Jahr 1896 von Herman Hollerith gegründete "Tabulating Machine Company" mit der "Computing Scale Company" und der "International Time Recording Company" zur "Computing Tabulating Recording Company" (CTR) mit Sitz im Staat New York. Diese Firma produziert nun Hollerith-Maschinen und Waagen.

In Berlin werden Hollerith-Maschinen zu Demonstrationszwecken dem Reichstag vorgeführt. Die Abgeordneten diskutieren die Bedeutung der Maschinen für die Industrie. Man erkennt, dass die Hollerith-Maschinen statistische Arbeiten in einem Zehntel der Zeit und mit einem Drittel der Kosten ermöglichen. Besonders wichtig ist dabei die Zuverlässigkeit und die Genauigkeit der Maschinen.

Das Statistische Reiseamt bearbeitet erstmalig die Handels- und Binnenschiffahrtsstatistik im Lochkartenverfahren.

Bild: DEHOMAG Berlin
Bild: Kundenzeitschrift
1912
Die DEHOMAG erhöht ihr Kapital von 120 000 Mark auf 190 000 Mark. Gleichzeitig bringt sie ihre erste Kundenzeitschrift heraus.

1913
Die Kaiserliche Werft in Kiel, die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte in Berlin sowie das Statistische Amt der Städte in Berlin und Wien und die Ruhrknappschaft übernehmen das Lochkartenverfahren.

Die Firma Powers - die von einem ehemaligen Hollerith-Mitarbeiter gegründet wurde - wirbt fünf der dreizehn DEHOMAG-Mitarbeiter ab. Als einziger Ingenieur hält Herman Weinlich seinem Arbeitgeber die Treue.

1914
Hollerith wird ein Kaiserliches Patent erteilt.

In den USA wird Thomas J. Watson sen. im Alter von 40 Jahren Präsident der "Computing Tabulating Recording Company" (CTR).

Die DEHOMAG hat jetzt 23 Mitarbeiter und setzt mit 44 Kunden im Deutschen Kaiserreich 250 000 Mark um.

Im 1. Weltkrieg versiegt die amerikanische Belieferungsquelle, man muss sich selbst versorgen. Die DEHOMAG zählt zu den kriegswichtigen Betrieben. Für die Kriegs- und Vorratswirtschaft werden in 16 zentralen Lochkartenstellen des Reiches Hollerith-Maschinen eingesetzt.

Bild: DEHOMAG Werk in Villingen
Bild: DEHOMAG Werk in Villingen
1918
Das erste Werk der DEHOMAG wird in Villingen eröffnet. Das Produktionsprogramm umfasst Locher, Prüfer, Ersatzteile und Lochkarten mit 34 und 45 Stellen. Bis dahin wurden nur importierte Maschinen vertrieben.