Direkt zum Inhalt

Innovation in Kultur

Künstlerisches Schaffen mit Technologie beflügeln

Zum Hintergrund
1987 zog sich IBM aus Südafrika zurück. Das Unternehmen wollte sich nicht länger am Wirtschaftsleben des Landes beteiligen, um so der Gefahr zu entgehen, das undemokratische Apartheidssystem – wenn auch nur indirekt – durch seinen wirtschaftlichen Erfolg zu unterstützen. Dabei wurde aber nicht einfach nur de-investiert - der Käufer der Landesgesellschaft wurde verpflichtet, die von IBM schon damals aufgesetzen CSR-Projekte weiterzuführen.

Sawubona-musicjam.com; Songs and Poems of good hopeMit dem Ende der Apartheid und der Rückkehr von Nelson Mandela entschied IBM,  nach Südafrika zurückzukehren und die lokale Gesellschaft zurückzukaufen. Auch die CSR-Projekte waren nicht in Vergessenheit geraten: ein deutscher Mitarbeiter von Communications wurde 1994 beauftragt, vor Ort  zu recherchieren, was aus den einst begonnenen Projekten geworden war. Er landete in Südafrika, wurde vom Flughafen abgeholt und ohne Umweg in die Townships gefahren. Die Flut der Erlebnisse, die auf ihn in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen einstürmte, beeindruckte ihn so nachhaltig, dass er diese in Gedichten – die Lyrics zu den Songs of Good Hope – verarbeitete.

Das Projekt
IBM nutzt moderne Technolgien, um für Musiker und Literaten einen online-Musik- und -Gedichte Jam im Internet durchzuführen. Künstler werden eingeladen, die Songs zu vertonen – aber jedermann ist frei, seine eigene Version im Web zur Verfügung zu stellen. Die ‚Community’, und damit jeder, der mitmachen will, kann die Songs anhören, seine Kommentare und seine Ratings dazu abgeben, eigene Versionen beitragen, ja sogar einzelne Songs ‚remixen’ (wenn ihm zum Beispiel der Drummer zur stark ist oder er Tonlagen verändern will) – und diese wieder der Community zur Beurteilung hochladen. Für Gedichte zum Thema ‚Good Hope’ wurde ein Wettbewerb in Zusammenarbeit mit dem Literaturfestival Berlin ausgeschrieben. Wettbewerbssprache ist Englisch – aber mitmachen können auch alle in ihrer Muttersprache: die Web-Community hilft bei der Übersetzung. Die ins Englische übersetzten Werke nehmen dabei eigenständig am Wettbewerb teil – gewinnen können dann aber immer der Übersetzer und der Autor des Originals gemeinsam.

„Sawubona“ erhält so einen eigenständigen Charakter als Bildungsplattform unter Nutzung von Web 2.0 Technologien: Inhalte werden gemeinsam erzeugt, diskutiert und bewertet, Kunstschaffende und Kunst“konsumenten“ treten – unabhängig von Raum und Zeit - in einen Dialog, die Grenzen zwischen ‚Schaffen’ und ‚Konsumieren’ verschwimmen.

Das Projekt ist auf rund zwei Jahre angelegt – im ersten Jahr steht die kreative Phase mit der Erstellung ganzer Songs und einzelnen Remixes im Mittelpunkt, danach wird eine Jury anhand der Ratings, aber auch mittels fachlicher Beurteilung der künstlerischen Qualität, die besten Beiträge auswählen. Diese werden als Musik-CD professionell herausgegeben, der Reinerlös soll nach einem weiteren Jahr (2010) wieder den Townships in Südafrika zugute kommen.

Damit schließt sich der Kreis. Das besondere an „Sawubona“: es hat seinen Ursprung als CSR-Projekt, greift die Initiative eines einzelnen Mitarbeiters auf, erhält den Schwung und die Kraft aus der Community (innerhalb der IBM und außerhalb), setzt nicht nur neueste Technologien des Web 2.0 um, sondern zeigt gleichzeitig, wie solche Technik Kreativität und Gemeinsinn unterstützen kann – und die Ergebnisse kommen wiederum CSR-Projekten zugute.

Wir helfen Ihnen gerne

Peter Kusterer

Peter Kusterer
Leiter, Corporate Citizenship & Corporate Affairs
IBM Deutschland GmbH

Die virtuelle "Verbotene Stadt"

Erforschen Sie den historischen Palastkomplex in der virtuellen Welt mit den sozialen Netzwerk-Tools des 21. Jahrhunderts.