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IBM KidSmart

Medienkompetenz im Vorschulalter trainieren

IBM und Gesellschaft

Mit Web 2.0 hat „Medienkompetenz“ ganz neue Bedeutungsinhalte gewonnen. Es geht heute längst nicht mehr „nur“ um die Bedienung eines Computers, die Erstellung anspruchsvoller Präsentationen oder die Nutzung der Analysewerkzeuge, die eine Tabellenverarbeitung bietet; auch die Erstellung von Videos kann nicht alleiniges Ziel einer Ausbildung in Medienkompetenz sein. Vielmehr müssen Kinder und Jugendliche auch lernen, sich in Medien zu ‚bewegen’, kritisch Quellen zu hinterfragen und sich des Wertes persönlicher Informationen bewusst zu werden. Auch beim Bewegen und sich Positionieren in virtuellen Gemeinschaften - den ‚Communities’ - werden „Softskills“ erworben, die im späteren Leben zunehmend an Bedeutung gewinnen.

IBM KidSmart Der Ansatz zur Erlangung der Medienkompetenz ist klar: Je selbstverständlicher, je natürlicher Kinder den Umgang mit Medien erlernen, desto besser werden sie sich später zurechtfinden. Daher sollte der (spielerische) Umgang mit Medien möglichst früh trainiert werden. Bereits 1998 begann IBM in den USA mit dem KidSmart Förderprogramm, bei dem Kindertageseinrichtungen mit "Young Explorer®"-Multimedia-Lernstationen ausgestattet wurden. Diese Stationen bieten bewusst Sitzgelegenheiten für zwei oder mehr Kinder, um zur gemeinschaftlichen Nutzung des PCs zu animieren. Pädagogisch- und didaktisch durchdachte Programme bringen den jungen Computernutzern Lerninhalte (Zahlen, Naturphänomene u.ä.) spielerisch nahe und ermöglichen es so bereits im Kindesalter, den Umgang mit Computern gezielt zu erlernen.

KidSmart ist eingebettet in ein Gesamtkonzept, das durch eine entsprechende Supportstruktur der Partner (in der Regel Bildungs- und Jugendministerien) untertstützt wird. Es schließt selbstverständlich auch die ErzieherInnen ein, die selbst Projekte mit und durch Medien neu und interessanter gestalten - und so den Umgang mit Informationstechnologie in den Tagesablauf mit einbetten.

In Deutschland startete KidSmart 2001 mit dem Bildungsministerium in Brandenburg sowie dem Bildungssenat in Berlin. Berlin hat das Förderprogramm 2003 zusätzlich als eine besondere Form des Public-Private-Partnership (PPP) zwischen IBM Deutschland und dem Land Berlin genutzt, um Medienerziehung auf breiterer Basis umzusetzen. Mit ‚BITS 21’ und dem Jugendnetz Berlin wurde ein ‚Ökosystem’ geschaffen, in dem Medienerziehung zu einem Schwerpunkt der Bildungsinitiativen gemacht wurde. Allein in der Bundeshauptstadt nehmen bis heute (2008) über 200 Kindertagesstätten aus allen Berliner Bezirken teil, in denen über 16.000 Kinder von 2.400 Erzieherinnen und Erziehern betreut werden.

Bundesweit ist KidSmart in über 500 Kindertagesstätten im Einsatz.

Bisherige Erfahrungen: Die bislang im Projekt gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass der pädagogische Einsatz moderner Informations- und Kommunikations-Technologie in Kindergärten das zielgerichtete Spielen fördert. Ebenso kann der Computer bei wichtigen sozialen Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, flexiblem und problemlösungsorientiertem Denken, Entscheidungsfähigkeit und Kreativität unterstützen. Der Aufbau der Lernstation hilft dabei das gemeinschaftliche Lernen sowie den direkten Austausch der Kinder untereinander zu stärken. So wird quasi nebenbei noch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit im Team gestärkt.

IBM KidSmartIm Rahmen von KidSmart werden weitere Projekte initiiert, um spielerisch auch Web 2.0 Elemente einzufügen. So nimmt Berlin an dem europaweiten Projekt ‚Travelling Toys’ (Reisendes Plüschtier) teil, in dem Kitas aus vielen west- und osteuropäischen Ländern gemeinsame Projekte durchführen. Dabei geht ein Plüschtier, dem die Kinder einen Namen geben, auf Reisen und berichtet von seinen Erlebnissen. Per eMail werden virtuelle Postkarten, kurze Filmsequenzen und Briefe ausgetauscht, die den Plüsch-Botschafter bei seinen Erlebnissen in fremden Ländern begleiten. So lernen Kinder einerseits spielerisch kulturelle Unterschiede kennen – und erfahren zugleich, wie man mit Freunden über das Web in Kontakt bleiben kann. Auch ErzieherInnen können international Erfahrungen austauschen und Ideen von KollegInnen aufgreifen und umsetzen. ‚Travelling Toys’ ist auch Beitrag der IBM zum EU-Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008.

In einem nächsten Schritt werden KidSmart-Kitas aus unterschiedlichen Ländern Partnerschaften etablieren. Berlin bringt diese zum Beispiel in die Städtepartnerschaft Berlin-Moskau ein. Gemeinsame Blogs als ‚Virtuelle Zeitung’ werden möglich – Kinder lernen so spielerisch die Möglichkeiten des Web 2.0 begreifen.

Wissenschaftlich begleitet wird KidSmart in Europa durch die Universität Cambridge. Die Eltern werden durch Broschüren und auf Elternabenden informiert – und so eng in die Medienarbeit der Kitas einbezogen, da sie ihre Kinder beim Lernen mit neuen Medien unterstützen sollen.

Weltweit sind mehr als 30.000 KidSmart Lernstationen aufgestellt. Davon profitieren über 7.500 Kindertagesstätten in 60 Ländern. Insgesamt konnten so 2,6 Millionen Kinder erreicht werden.