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Diagnose "hoch effizient"

Telemedizin bei der Behandlung nierenkranker Kinder

Überblick
Die Betreuung von Dialysepatienten ist zeitintensiv und mit regelmäßigen und häufigen Klinikbesuchen verbunden. Gerade nierenkranke Kinder und Jugendliche leiden unter dieser ständigen Einschränkung der Lebensqualität. Nicht zuletzt im Hinblick auf den demografischen Wandel und die wachsenden Kosten ist eine Umstrukturierung im Gesundheitswesen dringend notwendig. Die Telemedizin bietet hier innovative Möglichkeiten.

Das Ziel
Unter Telemedizin versteht man die Verknüpfung von klinischen Anwendungen, mobiler Technologie und elektronischen Endgeräten. In einem gemeinsamen Telemedizin-Pilotprojekt von IBM und der Pädiatrischen Nephrologie des Universitätsklinikums Heidelberg sollte getestet werden, wie mobiles Fern-Monitoring dazu beitragen kann, die Qualität der Patientenüberwachung, die Qualität der gemessenen Daten sowie die Lebensqualität der betroffenen Familien effektiv zu erhöhen.

Das Projekt
An dem viermonatigen Pilotprojekt nahmen 12 junge Dialysepatienten von 6 bis 18 Jahren teil. Die Testpatienten wurden mit Bluetooth-fähigen Messgeräten und Handy ausgestattet. Die gemessenen die Daten wie Blutdruck und Gewicht wurden per Bluetooth ausgelesen und verschlüsselt per Handy und Internet an einen IBM Personal Care Connect Server übermittelt. Von jedem beliebigen Standort aus. Der Server stellte die Werte dann dem Krankenhaus bereit, wo sie täglich kontrolliert wurden. Entsprechende Maßnahmen konnten so bei Bedarf sofort eingeleitet werden. Die Telemedizin-Lösung von IBM und dem Universitätsklinikum Heidelberg setzt ausschließlich mobile Technologien ein. Da sie auf offenen Systemen und Standards basiert, ist hohe Integrationsfähigkeit gewährleistet - und damit die Möglichkeit zum flächendeckenden Einsatz.

Professor Dr. Franz Schäfer, Leiter der Sektion für Pädiatrische Nephrologie, Universitätsklinikum Heidelberg, zieht Bilanz:
"Die Ergebnisse der letzten vier Monate sind absolut überzeugend. Wir waren überrascht, wie gerne und konsequent diese Möglichkeit der Datenübertragung genutzt wurde. Es wurden sogar häufiger Daten gesendet, als es vom rein medizinischen Standpunkt aus notwendig war. Damit bekamen wir ein viel genaueres Bild vom gesundheitlichen Zustand unserer Patienten. Und das, wohlgemerkt, ohne höheren Aufwand für unser betreuendes Team."

Ausblick
Dank der engmaschigen Fernüberwachung konnte die Häufigkeit der ambulanten Behandlungen und der Werteabweichungen gesenkt werden. Dadurch ließen sich sowohl die belastenden Krankenhausaufenthalte als auch die Kosten der aufwändigen Dialysebehandlung reduzieren. Patientenmonitoring dient nicht nur der Verbesserung der Lebens- und Betreuungsqualität, sondern kann auf lange Sicht zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.
Vorstellbar, so Professor Schäfer, sei auch die telematische Überwachung von nierentransplantierten Patienten oder anderen betreuungsintensiven Patientengruppen.

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