IBM Deutschland Forschung und Entwicklung

IBM Geschichte im Jahr 2000


Allgemeines

Mitarbeiteranzahl
1800 Mitarbeiter/innen

Hardware

IBM System 2064 (zSeries) [2000]
BlueFlame Chipset
64-Bit Architektur
250-2696 MIPS, 303-3193 MIPS [2002]


IBM System 2066 (z800) [2002]
günstiger Einstieg in die 64-bit-Welt mit voller z900 Funktionalität
Preis-/ Performanceoptimierung
1 - 4 way Modelle
Linux only Modell 0LF erhältlich
40-625 MIPS

Software

Im neuen Jahrtausend arbeitet die IT-Branche verstärkt an e-business Lösungen. Dabei geht es im Wesentlichen darum, den Kunden in ihrem angestammten Geschäftsfeld weiterzuhelfen, effizientere Geschäftsprozesse einzurichten. Teilweise werden neue Geschäftsmodelle notwendig, um Schritt halten zu können. So kreiert alleine die rasant wachsende Zahl der internetfähigen Endgeräte (z.B. PDAs / Personal Digital Assistants) völlig neue Möglichkeiten, Geschäfte abzuwickeln. Das bedeutet einen enormen Bedarf an darauf abgestimmte Infrastruktur.

Die Arbeitspferde dieser Infrastruktur sind die Server. Die Schnittstellen zu den Anwendungen schafft jedoch wiederum die Middleware. Die IBM Software Group bietet hier leistungsstarke und zuverlässige Plattformen. Folgende IBM Produktmarken stehen dem Kunden zur Verfügung:

IBM DB2
Produkte für Datenbankverwaltung, Datenverwaltung und Datenanalyse

IBM Lotus
Produkte zum Kommunizieren, Kooperieren und Koordinieren und zur Produktivitätssteigerung

IBM Tivoli
Produkte zur Systemverwaltung und für Systemsicherheit


Plattform für Internetanwendungen
Integrierte Software-Entwicklungs-Plattform für Enterprise IT-Anwendungen und Technische Software-Systeme

Die Softwareentwicklung in Böblingen arbeitet im Wesentlichen für DB2 Software und WebSphere Software, aber auch für die anderen beiden Marken. Viele aus den 90er Jahren bekannten Projekte des Entwicklungszentrums entwickeln jetzt wichtige Komponenten dafür:

Relativ neu in der Verantwortung der Softwareentwickler des Entwicklungszentrums sind Kundendienstleistungen und die Unterstützung von Drittanbietern (ISVs), die IBM Technologie in ihren Produkten einzusetzen.

Services
Komplexe Software lässt sich heute nur noch durch Spezialisten beim Kunden installieren und in bestehende Systeme integrieren. Da die Entwickler einer Software diese am besten kennen, liegt es nahe, dass diese den Kunden unterstützen. Daher gibt es im Umfeld der Böblinger Softwareentwicklung eine schlagkräftige Gruppe von Spezialisten, die in Kundenprojekten für folgende Produktfamilien Unterstützung bieten:

ISV-Unterstützung
Anbieter von Anwendungssoftware kommen heute nicht mehr ohne leistungsfähige Middleware aus, auf denen sie ihre Anwendungen aufsetzen. Statt diese Middleware selbst zu entwickeln, werden im Markt erprobte Produkte als Grundlage genommen. Hier spielen die verschiedenen Produkte der IBM Software-Marken eine führende Rolle. Aufgabe des Teams ist es, die ISVs in der Anpassung ihrer Software an IBM Produkte zu unterstützen. In einem aktuellen Projekt wird die Anwendungssoftware von SAP an die IBM Datenbank DB2 angepasst.

Autonomic Computing
Autonomic Computing ist ein erster Schritt in Richtung selbst-verwaltender Rechensysteme, die nur ein Minimum an menschlichen Eingriffen erfordern. Der Begriff leitet sich von dem selbständig arbeitenden Nervensystem des Menschen her, das Grundfunktionen unseres Köpers steuert, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Weitere Informationen finden sie hier (US) (englisch).

Grid Computing
Grid Computing bezeichnet die effiziente Nutzung geographisch verteilter Rechenressourcen. Der Begriff "Grid Computing" ist eine Analogie zu herkömmlichen Stromnetzen (power grids): Dem Anwender soll größtmögliche Rechenleistung uneingeschränkt und ortsunabhängig zur Verfügung stehen. Dazu wird ein Verbund aus unabhängigen Rechnern geschaffen, die durch Netzwerke verbunden sind. Aufgrund der weitreichenden und flexiblen Vernetzungsmöglichkeiten ermöglicht Grid Computing außergewöhnlich hohe Rechenkapazitäten, wie sie beispielsweise für Rechenoperationen in der Genomanalyse und der atomaren Forschung benötigt werden.
IBM baut derzeit das leistungsfähigste Grid-Netz der Welt für vier US-amerikanische Forschungslabors mit einer Rechenleistung von bis zu 13,5 Billionen Rechenschritten pro Sekunde.

Project eLiza
Project eLiza ist eine von IBM im April 2001 eingeführte Initiative, die autonome Fähigkeiten in Produkte und Services integrieren soll. Dies beinhaltet Server, Speicher, Middleware und verschiedenste Arten von Services. eLiza repräsentiert ein Kernstück von IBMs Bestrebungen im Bereich "Autonomic Computing".

LINUX
Im Jahr 2000 kündigt IBM an, alle IBM Server-Plattformen für Linux auszulegen und Technologie-Ressourcen für Linux und die Open-
Source-Entwicklung bereit zu stellen. Um die Gemeinde der Linux-Entwickler besser unterstützen zu können, eröffnet IBM in Europa
insgesamt sieben ISV-Support-Zentren. Das weltweit führende "Linux Center of Competence" ist das Böblinger IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum.

Im selben Jahr führt das Böblinger IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum eine großangelegte Linux-Installationsparty, das "Linux install fest" durch. Eine Woche lang werden rund um den Globus mehr als 100 Linux-Installationen auf Großrechnern betreut. Außerdem unternimmt IBM mit der Portierung von Linux auf den IBM z900 Mainframe - und damit der Unterstützung der 64-Bit-Technologie unter Linux - einen weiteren wichtigen Schritt, der Linux für das Unternehmens-Umfeld noch attraktiver macht.

2001 kündigt IBM an, weltweit eine Milliarde US-Dollar in die Unterstützung und Entwicklung von Linux zu investieren, um nach und nach sämtliche IBM Server-Produktlinien sowie das gesamte IBM Software-Portfolio Linux-tauglich machen.

Mit dem z800 Mainframe kündigt IBM 2002 den ersten IBM Großrechner "nur" für Linux an. Dieses Modell verfügt mit IFL (Integrated Facility for Linux) über die Möglichkeit, Linux direkt in LPAR oder über z/VM zu unterstützen. Damit ist es möglich, traditionelle Anwendungen von Linux -Prozessoren abzukoppeln.

Heute, 2003, arbeiten in Böblingen ungefähr 80 Entwickler an Linux auf dem Mainframe. Böblingen arbeitet dabei eng mit Endicott (z/VM) und Tuscon (Storage Systems) zusammen. Um diese Arbeiten zu koordinieren, wurde ein 'Director zSeries, Linux & Virtualization Development' geschaffen. Der 'Program Manager, Linux on zSeries' und 'Manager zSeries, Linux & Virtualization Architecture and Planning' haben ihren Sitz in Boeblingen.

Technologie

ASIC Design
Die langjährigen Erfahrungen und beindruckenden Erfolge, hochkomplexe CMOS Chips zu entwickeln führten Ende der 90-er zur Gründung des Böblinger ASIC Design Centers. ASICs sind Chips , die nach Kundenspezifikationen, quasi maßgeschneidert, entwickelt werden. Dieses Team entwickelt primär für europäische Großkunden der Telekommunikationsindustrie ASICs von weltweit führender Komplexität und Leistungsstärke.

Hier einige Beispiele :

Im Globalen Server Prozessoren Bereich wurden 2001 mit dem BlueFlame sowie 2003 mit den BlueFire Chip Sets und den dazugehörigen Z900 und Z990 Systemen neue Meilensteine in Performance, Funktionalität und Komplexität gesetzt. Bei BlueFire wurde zum erstenmal bei /390 ein Dual µ-Prozessor auf einem Chip realisiert

Ausblick
Im Jahre 1965, nur wenige Jahre nach der Erfindung des Planar Transistor veröffentlichte Gordon Moore von der Firma Intel seine heute berühmte Beobachtung, dass sich die Integrationsdichte der HL-Chips exponentiell entwickelt und er wagte damals die Vorausschau, dass sich dieser Trend noch länger fortsetzen würde. Diese Voraussage wurde als Moore's Law weltbekannt .Vereinfacht sagt sie aus, dass sich die Anzahl der Transistoren per Chip alle 18 Monate verdoppelt. Das hat sich bis heute bewahrheitet. Ja, Moore's Law hat sich über Jahrzehnte als der Maßstab erwiesen, an dem sich die Industrie orientierte, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Experten erwarten, dass dieser Trend noch bis zum Ende dieses Jahrzehnts erhalten werden kann.
Das folgende Diagramm verdeutlicht diese in der industriellen Geschichte einmalig rasante Evolution. Auch demonstriert es, dass sich die Chips aus dem Böblinger Forschungs- und Entwicklungszentrum in diesem Trend sehr gut platzieren.

 

Technisch unmittelbar verbunden mit den Dichtegewinnen fiel bis Mitte der 90-er ein etwa proportionaler Performancegewinn ab. Um diesen Trend auch in Zukunft zu gewährleisten, müssen aber nun erhebliche zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Material- und Bauelemente- Strukturen gemacht werden. In den späten 90-er hat IBM hier bahnbrechende Neuerungen gemacht z.B. die Kupfermetallisierung, SOI Silicon on Insulator, Strained Silicon u.a. Nachfolgend ein Blick in die Kupfer-Metallisierung eines heutigen Micro-Prozessors.

Zur Verdeutlichung des Maßstabs: Die Breite der Elektronenmikroskop Aufnahme entspricht etwa 20µ, dem Viertel eines menschlichen Haares!

Die Böblinger Schaltkreis- und Chipentwickler haben sich hier jeweils früh engagiert und werden auch weiterhin diese Potentiale voll nutzen, um auch in Zukunft an der Spitze der Si-Technologie Entwicklung mitzumischen und kreativ Innovation zu gestalten. Beispielhaft dafür sind die Beiträge zum GPUL Prozessor, der kürzlich als Herz des neuen Power Mac G5 von APPLE angekündigt wurde oder auch die Kooperation mit SONY und TOSHIBA bei der gemeinsamen Entwicklung von Prozessoren.