Allgemeines
Mitarbeiteranzahl
1800 Mitarbeiter/innen
IBM System ES/9221 [1990]
Rechnerleistung: 1,9 - 6,4 MIPS
Renoir Chipset
IBM System ES/9221 [1992]
Rechnerleistung: 11,0 MIPS
Renoir Fast Chipset
IBM System 9672 / 9674 G1 [1994]
Picasso Chipset
IBM System 9672 / 9674 G2 [1995]
Rechnerleistung: 13,0 - 165 MIPS
neue Power, neues Packaging, neuer I/O Cage
Monet Junior Chipset
IBM System 9672 / 9674 G3 [1996]
Rechnerleistung: 33,0 - 366 MIPS
STI Technologie, Crypto-Coprocessor
Monet Chipset
IBM System 2003 G3 [1996]
Rechnerleistung: 3,5 - 160 MIPS
Cyclone Processor Cage
IBM System 9672 / 9674 G4 [1997]
Rechnerleistung: 47,0 - 474 MIPS
Wandel von Microcode zu Millicode
1. Prozessor aus Poughkeepsie
Alliance 97 Chipset
IBM System 9672 G5 [1998]
Rechnerleistung: 125 - 1069 MIPS
neues CEC, neuer Crypto Chip
Alliance 98 Chipset
IBM System 9672 G6 [1999]
Rechnerleistung: 201 - 1657 MIPS
Alliance 99 Chipset
IBM System 7060 [1999]
Alliance 99 Chipset
Ebenso rasant wie die Hardwaretechnologie entwickelte
sich in den 90er Jahren die Softwaretechnologie. Aus dem
Böblinger Forschungs- und Entwicklungszentrum kamen dabei einige interessante
Entwicklungen, die zur weltweiten Marktreife gebracht
wurden. Anfang des Jahrzehntes bescherte das rasche
Auftauchen der PCs einen Paradigmenwechsel: IT-Kosten
sparen durch verteilte Verarbeitung in sogenannten Client-Server-Umgebungen.
Leistungsstarke PC-Server sollten zusammen mit gut
ausgestatteten PCs für die Endbenutzer dieses Ziel
erreichen. Die Rechnung ging jedoch nur teilweise auf.
Die gut ausgestatteten PCs ausgerüstet mit
benutzerfreundlichen Standardanwendungen (Tabellenkalkulation,
Textverarbeitung, Grafiksoftware) auf den Schreibtischen
sind heute nicht mehr wegzudenken. Die Arbeitstiere in
den Rechenzentren sind aber zunehmend wieder mächtige
Server, die einfacher und kostengünstiger zu betreiben
sind. Zudem steigen die Anforderungen der modernen
Softwaresysteme an die Computerleistung ständig, so dass
nur spezialisierte Server diesen Bedarf decken können.
IBM konzentriert sich in der Softwareentwicklung seit
Mitte der 90er primär auf sogenannte Middleware. Mit
diesem Begriff bezeichnet man die komplexen Herzstücke
moderner Datenverarbeitungssysteme, wie etwa Datenbanken,
Prozesssteuerungen, Anwendungsserver, Systemsteuerungen
usw. Dies charakterisiert auch die Projekte und Produkte
der Böblinger Softwareentwicklung. Auch das e-business (Abwicklung
von Geschäftsprozessen mittels Internet-Technologie)
spielt hierbei eine gewichtige Rolle.
Volltextsuche
Die meisten Produkte der IBM aus dem Umfeld der
Suchtechnologien sind "made in Böblingen".
Dabei wurden ständig die neuesten Ergebnisse aus den
Forschungslaboratorien in kommerzielle Lösungen gegossen.
Ob Volltextsuche in Dokumenten, auf Datenbanken oder im
Internet, IBM Technologie liefert den Kunden die
Ergebnisse zuverlässig und schnell. Dabei werden auch
komplexe Suchanfragen verstanden, Worte anhand ihrer
Stammform gefunden, Synonyme erkannt und linguistische
Eigenschaften berücksichtigt.
Einige Produktbeispiel:
Text Mining
DB2 Text Information Extender
DB2 Net Search Extender
Search Manager
Enterprise Information Portal
net.question
Werkzeuge für Datenbanken
In Zeiten rasant wachsender Datenmengen sind Kunden auf
professionelle Verwaltungssysteme für ihre Daten
angewiesen. Das erledigen moderne Datenbank-Verwaltungssysteme
wie etwa IBM DB2. Diese Systeme müssen überwacht und
gesteuert werden. Für die Überwachung der
Leistungsdaten eines IBM DB2-Systems kommt aus dem Böblinger
Entwicklungszentrum der DB2 Performance Monitor.
Workflow
Die großen Datenmengen in Unternehmen sind, für sich
gesehen, erst einmal ohne Nutzen. Dieser entsteht erst durch deren
Anwendung in Geschäftsabläufen. Die Aufgabe eines Workflow
Systemes ist es, Daten gemäß definierter Pfade und Regeln
von Prozessschritt zu Prozessschritt oder Fachfunktion zu Fachfunktion
fließen zu lassen. Geschäftsprozesse können so effizienter
oder sogar automatisch abgewickelt werden. Workflow-Lösungen
sind heute unentbehrlich für das Abwickeln von Geschäftsvorgängen
im Rahmen einer e-business Strategie. Aus dem Böblinger Forschungs- und Entwicklungszentrum
kam hier MQSeries Workflow MERVA.
Data Mining
Liegen einem Kunden Daten in einer Datenbank vor, so kann
er ihm bekannte Zusammenhänge zwischen den Daten durch
gezielte Abfragen (Queries) in einer Ergebnismenge
sichtbar machen. Mit Analysetechniken (Online Analytical
Processing / OLAP) können historische Entwicklungen in
einem Datenbestand vielfältig dargestellt werden, indem
bekannte Daten miteinander in Beziehung gesetzt und
korreliert werden. Ergebnisse dienen Benutzern dieser
OLAP-Systeme als Entscheidungshilfe.
In Daten stecken aber auch verborgene Informationen, die
auf den ersten Blick nicht oder nur schwer erkennbar sind.
Hier setzen die hochentwickelten Techniken des Data
Mining an, die im IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum zu Produkten wie dem
Intelligent Miner for Data oder den DB2 Scoring Services
reiften. So könnte ein entsprechend aufgesetztes und
trainiertes Mining-System eines Internet-Shops anhand des
jeweiligen Kaufverhaltens seiner Kunden diese
klassifizieren und gezielt mit Informationen und
Angeboten versorgen.
Werkzeuge zur Anwendungsentwicklung
Bei der Entwicklung von Software denkt man in erster
Linie an Programmiersprachen. Hier ist das Böblinger
Entwicklungszentrum für die Entwicklung der Programmierumgebung von
Object REXX verantwortlich. Programmiersprachen sind
jedoch nicht alles! Auch die Datenbanken für die den
Anwendungen zu Grunde liegenden Daten müssen entworfen
werden. Hier lieferte das Böblinger Forschungs- und Entwicklungszentrum Software zum
Entwurf logischer und physischer Datenmodelle, wie dem
DataAtlas. Wird Software für den weltweiten Markt
angeboten, ist die Übersetzung der Texte in verschiedene
Sprachen unumgänglich. Die IBM Übersetzungssoftware
Translation Manager wird ebenfalls in Böblingen
entwickelt.
LINUX
1999 kommt der lange erwartete stabile Linux-Kernel Version 2.2,
und Linux etabliert sich zunehemend im Unternehmens-Umfeld. IBM
schmiedet Allianzen mit den bedeutendsten Linux-Distributoren. Ende
des Jahres präsentiert Big Blue die IBM DB2 Universal Database
6.1 für Linux. Mitarbeiter des Böblinger Forschungs- und Entwicklungszentrum
erzielen einen folgenreichen Durchbruch: In ihrer Freizeit portieren
sie Linux auf die IBM S/390.
Technologie
Auf die CAPITOL Erfahrungen zielstrebig weiter aufbauend und die rasante CMOS Technologieentwicklung aggressiv umsetzend hat die Böblinger Prozessorentwicklung dann einen vollkommenen Technologieschwenk von bipolar zu CMOS vollzogen und ab Anfang der 90-er die Microprozessor Chip Sets RENOIR, PICASSO, MONET-J und MONET und die darauf basierenden /390 Systeme entwickelt.
Damit hatte das Böblinger Team in technologischer, methodischer und toolsmäßiger Hinsicht eine wegweisende Führungsrolle in der /390 Division übernommen. Die erfolgreichen CMOS Prozessoren aus Böblingen verkleinerten rasch die Performance Lücke zu den wesentlich größeren und teureren bipolaren Prozessoren. Das bewegte dann das Top Management der Enterprise Systems zu einen strategisch und zukunftsentscheidenden Technologiewechsel . Ab 1993 wurde die gesamte IBM weite /390 Entwicklung von bipolar auf CMOS umgestellt und damit das technologische und wirtschaftliche Fundament für das erfolgreiche Überleben des Mainframes gelegt.
Ab Mitte der 90-er wurde klar, dass die Potentiale der sich weiterhin
rasant entwickelnden CMOS Technologie nur durch Bündelung
der weltweiten /390 Entwickler voll ausgeschöpft werden konnten.
Das führte dazu, dass die künftigen /390 Prozessor Chip
Sets im 'Global Lab' gemeinsam mit dem Poughkeepsie
Team entwickelt wurden. Dies waren in rascher Folge die ALLIANCE-,
die SYMPHONY- und der OPERA- Chip Sets. Das Böblinger Team
lieferte zu diesen Prozessoren wesentliche Konzepte und Designbeiträge.
Ebenfalls leistete das Böblinger Testteam entscheidende Beiträge
für einen zügigen Design- und Technologie Bring-up.
Dabei wurden die jeweils weltweit leistungsfähigsten Testsysteme
eingesetzt. Diese wurden gemeinsam mit HP, heute AGILENT, als
erstes in diesen Ausführungen im Böblinger Forschungs- und Entwicklungszentrum zum
Einsatz gebracht.
In den 90-er Jahren wurden so sieben Generationen von /390 CMOS Prozessoren entwickelt , die auf Uni-Prozessor Ebene einen etwa 200-fachen Performance Zuwachs realisierten.