IBM Deutschland Forschung and Entwicklung

IBM Geschichte im Jahr 1980


Allgemeines

Mitarbeiteranzahl
1800 Mitarbeiter/innen

Hardware

IBM System ES/9370

IBM Geldausgabeautomat 4731 [1980]
Dieser vollautomatische Geldausgabeautomat verfügte bereits damals über viele Funktionen der heutigen, modernen Automaten. Von diesem und den Nachfolgemodellen wurden weltweit mehr als 15000 Stück verkauft.

Das wichtigsten Funktionen im Überblick:

IBM Drucker 4245 und 4250
Auch bei den Druckermodellen schritt die Entwicklung weiter voran. Mit den auf einem rotierenden Stahlband angebrachten Druckzeichen erreichte das Modell 4245 damals bis zu 2000 Zeilen pro Minute gedruckt. Modell 4250 erzeugte das Druckbild mittels Elektroerosion aus einer dünnen Metallschicht.

Software

Small System Executive (SSX) [1982]
Um sein DB/DC-System (Database/Data Communication System) zu betreiben, musste ein typischer VSE-Kunde bis zu 20 separate Software-Produkte bestellen, installieren, warten und nicht zuletzt auch bezahlen. Da es zudem üblich war, statt eines einmaligen Kaufs, die Software monatlich zu mieten, bedeutete dies einen enormen Verwaltungsaufwand. In SSX waren diese Einzelkomponenten nun in einem Paket gebündelt. Dieses vorkonfigurierte Gesamtsystem bot eine einfachere Installation und Bedienung, zum Beispiel durch eine grafische Benutzer-Oberfläche. Preislich lag SSX sogar noch unter den Kosten für die Einzelkomponenten.

UNIX auf System /370 - IX/370 [1985 - 1987]
Unter dem Begriff Interactice Executive wurde Mitte der 80er Jahre ein Projekt gestartet, dessen Ziel es war, auch die IBM Maschinen als Plattform für die vielen neuen UNIX-Anwendungen anbieten zu können. IX/370 wurde im Laufe der zwei Jahre zur Produktreife gebracht und an einige große Kunden verkauft, wie beispielsweise an die University of California in Berkeley. Da man aber auch immer wieder mit Qualitäts- und Performance-Problemen zu kämpfen hatte, die sich für die Kunden hätten nachteilig auswirken können, entschloss man sich Ende 1987, das Projekt einzustellen. Umsonst war die Arbeit dennoch nicht: seit 1999 ist das Böblinger Forschungs- und Entwicklungszentrum ein wichtiges Zentrum im Bereich der LINUX-Entwicklung für das System /390 - in dieses Projekt können die damals gewonnenen Erfahrungen gewinnbringend einfließen.

Technologie

Bipolare Technologie
Ende der 70er brachte Intel mit dem 8086 den Microprozessor auf den Markt mit dem dann 1981 der IBM PC eine neue Computer Ära einleitete. Anfänglich wurden diese "persönlichen" Rechner von den etablierten Computer Entwicklern nicht als Konkurrenz für "richtige Computer" angesehen. Richtige Computer wurden in der deutlich schnelleren, aber wesentlich weniger hoch integrierbaren bipolaren Technologie entwickelt und immer weiter zur Vervollkommnung getrieben. Das Ergebnis waren dann sehr mächtige, teure Rechnerkomplexe aus Hunderten von bipolaren Chips ,die auf hochkomplexen Multi-Chip-Keramikträgern verknüpft waren, und meist wassergekühlt wurden. Hier brachte das Böblinger Packaging Team mit der


Entwicklung eines luftgekühlten Multi-Chip Moduls eine wichtige Neuerung. Zunächst wurde dieses Module in den bipolaren Systemen der mittleren und unteren Leistungsstufen eingesetzt. Ab Mitte der 90er in modifizierter Form bei den CMOS Maschinen.
Lange Zeit wurde übersehen, dass die CMOS basierenden Microprozessoren, obwohl anfänglich deutlich langsamer, ihre Leistung über die Jahre wesentlich rasanter verbesserten als die klassischen bipolaren Prozessoren. Mitte der 80er war der Punkt gekommen, dass sich eines der Böblinger Entwicklungsteams zutraute, eine gesamte /370 Processing Unit (PU) auf ein CMOS Chip integrieren zu können. Mit dem CAPITOL Chipset wurde dieses Ziel 1988 entgegen vielen Zweiflern erfolgreich erreicht. . Auf insgesamt drei Chips in 1µ- CMOS Technologie wurden die PU-, die Cache- und die Floating Point-Funktionen realisiert und im System 9370 auf den Markt gebracht.

Capitol Chipset


Mit dem erfolgreichen Prozessieren der CAPITOL Chip Prototypen legte die Böblinger Pilot Linie ihre endgültige Reifeprüfung ab. Die herausragende Leistung des CAPITOL Designteams bestand u.a. darin, dass neben dem eigentlichen Entwurf der größte Teil der Entwurfs- und Testwerkzeuge und die Entwicklungsmethodik neu konzipiert und erarbeitet oder substantiell erweitert werden musste.

 

CAPITOL Chip Entwurfsplot CAPITOL Chip CAPITOL markierte auch den Beginn eines dauerhaften Engagements in die Chip-Design-Tools Entwicklung. Hier wiederum sollte sich der Kooperationsvertrag als besonders fruchtbar und gewinnbringend erweisen, der 1987 mit der Uni Bonn geschlossen und bis heute kontinuierlich ausgebaut wurde.