Durch Ausfälle des Stromnetzes,
einen stark fluktuierenden Ölpreis und folgenreiche Änderungen des
Wetters wurden die Probleme Energieversorgung und Klimaveränderung zu
den dringlichsten Themen unserer Zeit - für Regierungen, Unternehmen
und die gesamte Öffentlichkeit.
IBM ist der
Meinung, dass die Problematik nicht durch die Massnahmen einzelner
Unternehmen, Branchen oder sogar Länder alleine gemindert werden kann.
Hierzu ist eine umfassende Zusammenarbeit in vielen Bereichen nötig.
Das Ziel: ein nachhaltiger Energieverbrauch, der sich positiv auf die
Wirtschaftskraft auswirkt und dabei zum Umweltschutz beiträgt. Die
Herausforderung: Überarbeitung und Neugestaltung der Systeme, über die
die Bevölkerung mit Energie versorgt wird.
Innovation
that Matters: Energie und Klima
Eine enge
Zusammenarbeit von IBM, IBM Kunden und Umweltexperten kann zu einer
verbesserten Energiegewinnung und gleichzeitig zum Umweltschutz
beitragen.
Die Lösung von
Problemen bei der Energiegewinnung führt zwangsläufig
zu Problemen an anderer Stelle. Es gibt viele
Herausforderungen. Aber es gibt auch innovative Projekte,
die die Problematik der Energiegewinnung und
Klimaveränderung aufgreifen.
Herausforderungen
Steigender Druck von
verschiedenen Seiten - z. B. höherer Energiebedarf, Überlastung der
Ressourcen, Preisschwankungen, Gesetzgebung und Deregulierung im
Energiesektor sowie eine überalternde Erwerbsbevölkerung - erfordert
innovative Lösungen der Energieversorger und Erdölkonzerne, um
wirtschaftliches Wachstum zu gewährleisten und eine zuverlässige,
kosteneffiziente Infrastruktur aufrechtzuerhalten.
Das aktuelle Stromnetz in den USA
- und in vielen anderen Ländern - ist zum Grossteil analog, ein
Überbleibsel des Maschinenzeitalters. Dies bedeutet im Wesentlichen,
dass wir die digitale Gesellschaft von heute über das Stromnetz von
gestern versorgen. Das ist ungefähr so, als ob das Internet über eine
alte Telefonvermittlungsstelle liefe.
Bei der Kraftstoffversorgung
drohen die einfach zu findenden und auszubeutenden Ölquellen zu
versiegen. Die Kosten für die Suche nach Öl und dessen Förderung in
abgelegenen Regionen steigen zunehmend, so dass es immer schwieriger
wird, die Produktion zu erhöhen, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu
werden. Alternativen wie Ethanol und Biokraftstoffe sind mit einer
komplexen Lieferkette verbunden.
Unter Wissenschaftlern herrscht zunehmend
Übereinstimmung darüber, dass der beobachtete
langfristige Klimawandel zum Teil auf die Kohlendioxidemissionen aus
der Verbrennung fossiler Energieträger zurückzuführen ist. Die
politischen Entscheidungsträger in vielen Teilen der Welt treffen
bereits - oder in naher Zukunft - Massnahmen, um den Kohlendioxidausstoss
durch eine Reihe von Gesetzesinitiativen einzuschränken.
Hohe Wärmeentwicklung,
unzulängliche Stromversorgung und schlechte Raumnutzung sowie
mangelhafte Anordnung und Einrichtung sind nur einige
der Probleme, die in Rechenzentren weltweit auftreten. Viele
Rechenzentren stossen bereits an ihre physischen Grenzen - oder werden
diese in Kürze erreichen. Laut der Gartner Group werden bis 2009 etwa
70 Prozent der Anlagen in Rechenzentren die betrieblichen und
kapazitätsbezogenen Anforderungen nicht mehr ohne ein gewisses Mass an
Erneuerung, Erweiterung oder Umsiedlung erfüllen können.
Innovationen
Innovative Ansätze zur
Bereitstellung energieeffizienter und umweltfreundlicher Prozesse und
Produkte müssen durch den Einsatz von Informationssystemen in den
Bereichen Produktion, Logistik, Produktgestaltung, Transport und Konsum
ermöglicht werden.
Innovative
Energiequellen und intelligente Lösungen. Viele dieser
Innovationen konzentrieren sich auf neuartige Energiequellen und
intelligente Lösungen, die digital gesteuert und über immer enger
verknüpfte Netze verteilt werden.
Digitale
Versorgungsnetze,
die Energieüberwachung in Echtzeit und variable Preisgestaltung sowie
integrierte, energieeffiziente Geräte, Anlagen und Prozesse ermöglichen
Intelligente Erdölfelder,
die die Überwachung und das Management von Ölquellen und Reservoirs in
Echtzeit erlauben, was zu grösserer Kosten- und Produktionseffizienz
führt
Seismische Exploration
von Energiequellen, durch die sich Rohstoffe
kosteneffizienter gewinnen lassen
Sichere
Kernenergie, bei der kein Kohlendioxid produziert wird
Alternative Energiequellen,
wie etwa Windenergie, Biomasse, Brennstoffzellen, Solarenergie und
Ölsande
Neue Arten der
Energieanwendung, z. B. Innovationen wie Hybridantriebe
und strombetriebene Fahrzeuge in der Automobilindustrie
Neue energieeffiziente Innovationen für Stromversorgung
und Kühlung im Rechenzentrum zur besseren Ausnutzung
jedes einzelnen Rechners, Abstimmung von Energieverbrauch auf die
Arbeitsanforderungen und Integration von Prozessen und Ausrüstung,
damit die Kühlung im Rechenzentrum zielgerichtet gesteuert und
optimiert werden kann
Optimierung
des Transports und der Logistikprozesse zur Verbesserung
der Effizienz
Umfassende
Zusammenarbeit ist unerlässlich. Zur Anwendung dieser
Innovationen in der Praxis und zum Aufbau eines zuverlässigen,
nachhaltigen Energiesystems für das 21. Jahrhundert ist eine
konzertierte Anstrengung von Industrie, Regierungen und Verbrauchern
notwendig - kein Unternehmen und keine Organisation ist in der Lage,
dies allein zustande zu bringen.
Ein umfassender Energiemix.
Viele dieser Innovationen machen es notwendig, dass die
Energieversorger ihren Horizont im Hinblick auf Energiequellen und das
Management eines integrierten, vielfältigen Energieportfolios
erweitern. Dazu zählen effizientere und sauberere Möglichkeiten,
Rohstoffe aus bekannten Quellen (z. B. Erdöl und Kohle) zu
lokalisieren, zu fördern und daraus Energie zu gewinnen. Gleichzeitig
müssen alternative oder erneuerbare Energiequellen wie Windenergie,
Solarenergie und Biomasse entwickelt und eingebunden werden. Dies
ähnelt der Gestaltung eines Anlageportfolios: Es muss diversifiziert
werden, und wir benötigen einen Mix an Energiequellen, aus dem wir
schöpfen können.
Einsatz & Zusammenarbeit
Fragen an Wayne
Balta, IBM Vice President, Environmental Affairs and Product Safety.
F: IBM arbeitet mit zahlreichen Kunden in der
Energie- und Versorgungswirtschaft sowie mit Chemieunternehmen und
Erdölkonzernen zusammen, um die Exploration, Produktion und Verteilung
von Energie zu optimieren. Dabei ist IBM doch selbst ein Grosskonzern,
der möglicherweise durch den eigenen Betrieb Umweltbelastungen
verursacht. Welche Massnahmen trifft IBM in dieser Hinsicht?
A: Zur Reduzierung der Treibhausgasemission
und zum Schutz des Weltklimas konzentrieren wir uns auf zwei wichtige
Faktoren: Kohlendioxid und perfluorierte Kohlenwasserstoffe [PFKWs,
auch FKWs genannt]. FKWs kommen bei der Herstellung von Halbleitern zum
Einsatz. Wir waren 1988 das erste Unternehmen in unserer Branche, das
sich öffentlich verpflichtete, die FKW-Emission um einen bestimmten
Wert zu reduzieren. Als Folge senkten wir unsere FKW-Emissionen
zwischen 2002 und 2005 um 58 Prozent. Die Technologie, durch die wir in
der Lage waren, dies zu erreichen, wurde auch anderen Unternehmen in
der Branche zugänglich gemacht.
Kommen wir nun zur
CO2-Thematik. CO2-Emissionen lassen sich durch Energiesparen
reduzieren. Diese Massnahme gehört seit 1974 zum Umweltmanagementsystem
von IBM. Zwischen 1990 und 2005 verringerte IBM die CO2-Emissionen
durch Energieeinsparungen um 40 Prozent der Emissionsmenge im Jahr
1990. Wir sind der Ansicht, dass dies einer der grössten Erfolge bei der
CO2-Senkung ist, den ein Unternehmen durch die Veränderung des
Energieverbrauchs erzielen kann.
F:
Elektrizität wird immer noch hauptsächlich durch die Verbrennung
fossiler Energieträger produziert, zumindest in den USA. Was können wir
in der Zukunft im Hinblick auf den Energieverbrauch von IBM erwarten?
A: Wenn möglich, nutzen wir Energie, die
aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Sonne und Biomasse gewonnen
wurde. Wir haben zudem "Renewable Energy Certificates" erworben, um
erneuerbare Energie auch dort zu unterstützen, wo IBM diese nicht
direkt zur Verfügung steht.
F: Sie
erwähnten, dass IBM seinen Stromverbrauch seit 1974 kontrolliert. War
dies das erste Mal, dass Umweltfragen für IBM ein Thema wurden?
A: Tatsächlich wurde unsere erste
Umweltrichtlinie vor 36 Jahren [1971] von Thomas Watson, Jr. zu Papier
gebracht. [Zweiter IBM Chairman und Sohn des Unternehmensgründers].
Wie im Bereich Corporate Responsibility, wo IBM eine
Spitzenposition einnimmt, z. B. im Hinblick auf Diversity, trafen wir
entsprechende Massnahmen, lange bevor Gesetze und Rechtsvorschriften uns
dazu verpflichteten. IBM veröffentlichte den ersten Umweltbericht für
das Unternehmen im Jahr 1990 - vor 17 Jahren - und hat seitdem jedes
Jahr ohne Unterbrechung einen solchen Bericht herausgegeben. Es kann
gut sein, dass wir das einzige der Fortune-100-Unternehmen sind, das
dies von sich behaupten kann.
Und vergessen Sie
nicht: Voraussetzung für die Veröffentlichung eines solchen Berichts
ist das Vorhandensein entsprechender Managementsysteme und
Geschäftsprozesse, um das Verhalten des Unternehmens in diesem Bereich
prüfen und steuern zu können. Lange bevor die Globalisierung in aller
Munde war, verfügte IBM bereits über ein globales System für das
Umweltmanagement. Dieses System ist seit zehn Jahren gemäss der
externen, internationalen Norm ISO 14001 zertifiziert. Im Jahr 1997 war
IBM das erste Unternehmen, das eine einzige globale Zertifizierung
erhielt, was bedeutet, dass unser Umweltmanagementsystem an allen
unseren Standorten auf der ganzen Welt gleich ist.
F:
Inwiefern hat IBM bisher mit anderen Organisationen im Zusammenhang mit
Umweltschutzfragen zusammengearbeitet?
A: IBM ist an vielen externen Initiativen
zur Thematik Energie und Klimaänderung beteiligt. Die Mitglieder dieser
Gruppen gleich gesinnter Unternehmen arbeiten zusammen, setzen neue
Herausforderungen und Ziele und befruchten sich gegenseitig. Wichtig zu
wissen ist, dass unsere freiwillige Teilnahme an externen Projekten
dazu dient, Ergebnisse zu erzielen und Massnahmen zu treffen - es geht
dabei nicht um reine Absichtserklärungen. In jeder dieser Gruppen, die
sich diesen Zielen verschrieben haben, hat IBM mit entsprechenden
Beiträgen mitgewirkt. Die Ergebnisse wurden veröffentlicht und mitunter
sogar von unabhängigen Parteien geprüft. In vielen Fällen hat diese
Arbeit sehr positive Anerkennung gefunden.
Green Grid steht beispielhaft für eine neue Partnerschaft von
Unternehmen, die eine Standardmethode für die Messung der
Energieeffizienz von Server- und Speicherprodukten entwickeln möchten.
Dies geht auf unsere Überzeugung zurück, dass was gemessen wird, auch
kontrolliert wird.