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Der
Wasserverbrauch ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit um das
Sechsfache gestiegen. Der Anstieg ist damit doppelt so stark wie der
Bevölkerungszuwachs. Nach Angaben der Vereinten Nationen wird bis zum
Jahr 2025 fast die Hälfte der Weltbevölkerung unter Wassermangel zu
leiden haben.
Die Nature Conservancy rief das "Great Rivers
Partnership"-Programm ins Leben, um einen Beitrag zum Schutz der
Trinkwasservorkommen und der Ökosysteme großer Flüsse zu leisten. IBM
engagiert sich jetzt auch in diesem Bereich und stellt
hochleistungsfähige Super-Computing-Lösungen für die dreidimensionale
Darstellung dieser enorm wichtigen natürlichen Ressourcen zur Verfügung.
Wie wirkt sich z. B. der Bau eines neuen Staudamms auf die
Wasserversorgung der stromabwärts lebenden Menschen aus? Gefährdet das
Abholzen von Wäldern in stromaufwärts gelegenen Wassereinzugsgebieten
den Fischbestand, auf den die entlang des Flusses lebenden Menschen
angewiesen sind?
Durch die Beantwortung dieser Fragen
werden staatliche Behörden in die Lage versetzt, Strategien und
Managementrichtlinien festzulegen, die sowohl die Umwelt schützen als
auch für die Menschen von Vorteil sind. Dieses Projekt konzentriert
sich zunächst auf drei große Flüsse: den Mississippi in den USA, den
Paraguay-Paraná in Brasilien und den Jangtse in China.
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Der Paraguay-Paraná
Der Paraguay-Paraná fließt durch Argentinien, Brasilien und Paraguay
und nimmt eine Fläche von fast 1,7 Mio. Quadratkilometern ein. Die
Menschen, die entlang des Stroms leben, beobachten, dass das Wasser
immer trüber wird und viele Ablagerungen entstehen, deren Ursprung
stromaufwärts liegt. Wissenschaftler stellten fest, dass einer der
Hauptgründe hierfür die rasche Abholzung des atlantischen Regenwaldes
(Mata Atlântica) ist. Diese Wälder waren einst ca 1,3 Mio.
Quadratkilometer groß – eine Fläche, die doppelt so groß wie der Staat
Texas ist. Heute sind nur noch etwa sieben Prozent dieser Wälder
vorhanden. Durch die Abholzung der Wälder entlang der Zuflüsse geht die
Pufferzone verloren, über die Ablagerungen aus dem Wasser
herausgefiltert wurden, das in den Paraná gelangt.
Einige Fakten:
- Zweitgrößtes Fluss-System in Südamerika.
- Nach
einem kürzlich erlassenen Umweltschutzgesetz müssen 20 Prozent der
landwirtschaftlich genutzten Fläche Brasiliens bewaldet sein.
- Der
östliche Teil des Flussbeckens hat sich im Laufe mehrerer Jahrhunderte
mit der Besiedelung durch den Menschen und dem Bau einiger der weltweit
größten Wasserkraftwerke verändert.
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Von
den Flüssen dieser Welt hängt vieles ab, wie z. B. Wildtiere,
Transportwege oder die Landwirtschaft. Kleinste Veränderungen können
katastrophale Auswirkungen haben. Im Sommer 1993 verursachten z. B.
Überschwemmungen im oberen Flussbecken des Mississippi Schäden zwischen
12 und 16 Mrd. Dollar.
Um derartige Auswirkungen besser
vorhersehen zu können, brachten staatliche Behörden und
Umweltschutzeinrichtungen umfangreiche wissenschaftliche Modelle auf
den Weg. Traditionell handelt es sich bei diesen Modellen lediglich um
komplexe Tabellenkalkulationen, die auf Daten basieren, die die
Wissenschaftler entweder zusammenstellen oder auf die sie zugreifen
können. Jede Einrichtung wendet wiederum eigene Methoden an und liefert
die Ergebnisse, die viele andere Einrichtungen bereits lieferten oder
in Vorbereitung haben.
IBM unterstützt Wissenschaftler in
der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern dabei, ihre Modelle
miteinander zu verknüpfen und ein System zur Entscheidungshilfe für
Wissenschaftler zu erarbeiten. Mit diesem System sollen das integrierte
Wasserwirtschaftssystem für ein bestimmtes Flussbecken vereinfacht und
die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den wichtigsten
Beteiligten verbessert werden. Das System wird dreidimensionale
virtuelle Räume schaffen, in die sich der Nutzer über einen Avatar
begeben kann.
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Die
Flüsse der Welt in 3D-Darstellung. Mit realen Daten lässt sich ein
Modell für ein Flussbecken entwerfen und digital darstellen. |
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Wissenschaftler
können eine virtuelle Person in die digitale Darstellung einfügen und
potenzielle Veränderungen, wie z. B. Bodenerosionen, Fischbestände und
Wasserstände, untersuchen. |
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Wissenschaftler
können sogar ins Landesinnere schauen und Umweltbelastungen durch
Landwirtschaft, Baustellen und Transportvorhaben messen. |
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