Fragen an Wayne
Balta, IBM Vice President, Environmental Affairs and Product Safety.
F: IBM arbeitet mit zahlreichen Kunden in der
Energie- und Versorgungswirtschaft sowie mit Chemieunternehmen und
Erdölkonzernen zusammen, um die Exploration, Produktion und Verteilung
von Energie zu optimieren. Dabei ist IBM doch selbst ein Großkonzern,
der möglicherweise durch den eigenen Betrieb Umweltbelastungen
verursacht. Welche Maßnahmen trifft IBM in dieser Hinsicht?
A: Zur Reduzierung der Treibhausgasemission
und zum Schutz des Weltklimas konzentrieren wir uns auf zwei wichtige
Faktoren: Kohlendioxid und perfluorierte Kohlenwasserstoffe [PFKWs,
auch FKWs genannt]. FKWs kommen bei der Herstellung von Halbleitern zum
Einsatz. Wir waren 1988 das erste Unternehmen in unserer Branche, das
sich öffentlich verpflichtete, die FKW-Emission um einen bestimmten
Wert zu reduzieren. Als Folge senkten wir unsere FKW-Emissionen
zwischen 2002 und 2005 um 58 Prozent. Die Technologie, durch die wir in
der Lage waren, dies zu erreichen, wurde auch anderen Unternehmen in
der Branche zugänglich gemacht.
Kommen wir nun zur
CO2-Thematik. CO2-Emissionen lassen sich durch Energiesparen
reduzieren. Diese Maßnahme gehört seit 1974 zum Umweltmanagementsystem
von IBM. Zwischen 1990 und 2005 verringerte IBM die CO2-Emissionen
durch Energieeinsparungen um 40 Prozent der Emissionsmenge im Jahr
1990. Wir sind der Ansicht, dass dies einer der größten Erfolge bei der
CO2-Senkung ist, den ein Unternehmen durch die Veränderung des
Energieverbrauchs erzielen kann.

F:
Elektrizität wird immer noch hauptsächlich durch die Verbrennung
fossiler Energieträger produziert, zumindest in den USA. Was können wir
in der Zukunft im Hinblick auf den Energieverbrauch von IBM erwarten?
A: Wenn möglich, nutzen wir Energie, die
aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Sonne und Biomasse gewonnen
wurde. Wir haben zudem „Renewable Energy Certificates“ erworben, um
erneuerbare Energie auch dort zu unterstützen, wo IBM diese nicht
direkt zur Verfügung steht.
F: Sie
erwähnten, dass IBM seinen Stromverbrauch seit 1974 kontrolliert. War
dies das erste Mal, dass Umweltfragen für IBM ein Thema wurden?
A: Tatsächlich wurde unsere erste
Umweltrichtlinie vor 36 Jahren [1971] von Thomas Watson, Jr. zu Papier
gebracht. [Zweiter IBM Chairman und Sohn des Unternehmensgründers].
Wie im Bereich Corporate Responsibility, wo IBM eine
Spitzenposition einnimmt, z. B. im Hinblick auf Diversity, trafen wir
entsprechende Maßnahmen, lange bevor Gesetze und Rechtsvorschriften uns
dazu verpflichteten. IBM veröffentlichte den ersten Umweltbericht für
das Unternehmen im Jahr 1990 – vor 17 Jahren – und hat seitdem jedes
Jahr ohne Unterbrechung einen solchen Bericht herausgegeben. Es kann
gut sein, dass wir das einzige der Fortune-100-Unternehmen sind, das
dies von sich behaupten kann.
Und vergessen Sie
nicht: Voraussetzung für die Veröffentlichung eines solchen Berichts
ist das Vorhandensein entsprechender Managementsysteme und
Geschäftsprozesse, um das Verhalten des Unternehmens in diesem Bereich
prüfen und steuern zu können. Lange bevor die Globalisierung in aller
Munde war, verfügte IBM bereits über ein globales System für das
Umweltmanagement. Dieses System ist seit zehn Jahren gemäß der
externen, internationalen Norm ISO 14001 zertifiziert. Im Jahr 1997 war
IBM das erste Unternehmen, das eine einzige globale Zertifizierung
erhielt, was bedeutet, dass unser Umweltmanagementsystem an allen
unseren Standorten auf der ganzen Welt gleich ist.
F:
Inwiefern hat IBM bisher mit anderen Organisationen im Zusammenhang mit
Umweltschutzfragen zusammengearbeitet?

A: IBM ist an vielen externen Initiativen
zur Thematik Energie und Klimaänderung beteiligt. Die Mitglieder dieser
Gruppen gleich gesinnter Unternehmen arbeiten zusammen, setzen neue
Herausforderungen und Ziele und befruchten sich gegenseitig. Wichtig zu
wissen ist, dass unsere freiwillige Teilnahme an externen Projekten
dazu dient, Ergebnisse zu erzielen und Maßnahmen zu treffen – es geht
dabei nicht um reine Absichtserklärungen. In jeder dieser Gruppen, die
sich diesen Zielen verschrieben haben, hat IBM mit entsprechenden
Beiträgen mitgewirkt. Die Ergebnisse wurden veröffentlicht und mitunter
sogar von unabhängigen Parteien geprüft. In vielen Fällen hat diese
Arbeit sehr positive Anerkennung gefunden.
Green Grid steht beispielhaft für eine neue Partnerschaft von
Unternehmen, die eine Standardmethode für die Messung der
Energieeffizienz von Server- und Speicherprodukten entwickeln möchten.
Dies geht auf unsere Überzeugung zurück, dass was gemessen wird, auch
kontrolliert wird. |